14. Oktober 2010
Es wird in Zukunft darum gehen, die limitierenden Ressourcen durch eine intelligente Düngungsstrategie besser zu nutzen. Dabei stehen vor allem die Ressourcen Boden und Wasser im Vordergrund. Dass es einen engen Zusammenhang zwischen der Kaliumdüngung und dem Wasserhaushalt der Pflanzen gibt, ist seit längerem bekannt.
Neue Erkenntnisse zeigen, dass sowohl Kalium als auch Magnesium einen deutlichen Effekt auf die Wurzelausbildung haben.
Relative Verteilung der Kohlenhydrate zwischen Spross und Wurzeln (%). Cakmak et al., 1994a.
Wenn Pflanzen durch eine suboptimale Versorgung mit Kalium und Magnesium ein schwaches Wurzelsystem ausbilden, werden sie nicht in der Lage sein, in Phasen ungenügender Wasserversorgung mit diesem Wurzelsystem die geringen Wasservorräte des Bodens auszunutzen. Umgekehrt werden Pflanzen mit einem starken Wurzelwachstum zusätzliche Wasserreserven erschließen können.
Völlig neu ist aber die Überlegung, alle Parameter in Boden und Pflanze, die auf die Wassernutzungseffizienz einen Einfluss haben, zu betrachten und ihre langjährige Abhängigkeit von der Nährstoffversorgung zu untersuchen.
Erste Ergebnisse eines Verbundprojektes zeigen, dass Unterschiede in der Kaliumversorgung die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern und dann den Pflanzen zur Verfügung zu stellen, deutlich verbessert wird, wenn eine regelmäßige Kaliumdüngung erfolgt ist. So konnte die nutzbare Feldkapazität, die ein Maß für Wasserspeicherung des Bodens ist, um 14 Prozent erhöht werden. Sollten sich diese Ergebnisse auch im Hinblick auf die Wassernutzung der Pflanzen bestätigen, hätte dies eine Neubewertung der Wertigkeit der Kalium- und Magnesiumdüngung im Hinblick auf die bessere Nutzung der knappen Ressource Wasser zur Folge.
Auch in Feldversuchen konnte der enge Zusammenhang zwischen der Kalium- und Magnesiumversorgung der Pflanzen und der Ausnutzung der vorhandenen Wasservorräte nachgewiesen werden. So ist in „normalen“ feuchten Jahren eine erwartete Ertragssteigerung durch die Korn-Kali-Düngung nachzuweisen. In „trockenen“ Jahren ist die prozentuale Ertragssteigerung dagegen überproportional hoch. Das heißt, dass auch unter Feldbedingungen die Pflanzen das vorhandene Wasser besser in Ertrag umsetzen konnten, wenn sie optimal mit Kalium und Magnesium versorgt waren.

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