25. August 2010

Alternaria an Kartoffeln – Gegenspieler Magnesium beugt vor

In diesem Jahr haben Alternariaepidemien in Kartoffeln wieder sichtlich zugenommen. Die Dürrfleckenkrankheit wird durch einen Schwächeparasiten hervorgerufen und ist an den scharf abgegrenzten, bis 2 cm großen, braun-schwarzen Blattflecken zu erkennen.

 

Hohe Temperaturen und Stressfaktoren begünstigen Pilzinfektion

Vor allem Infektionen direkt nach dem Knollenansatz beeinträchtigen die Knollenentwicklung. Ertragsausfälle von 20 bis 30 Prozent können daher, zum Beispiel bei einem Aufeinandertreffen von früher Disposition und später Sorte, nach einem Befall mit solani die Folge sein. Hohe Temperaturen im Juni und Juli, so wie in 2010, begünstigen die Infektion mit dem bodenbürtigen Pilz. Eine Beregnung fördert diese Krankheit zusätzlich. Zudem treten Infektionen auch in Abhängigkeit von Sorten und allgemeinen Stressfaktoren auf.

 

Kartoffeln haben hohen Anspruch an Kalium und Magnesium

Die Kartoffel hat einen enorm hohen Bedarf an Kalium und Magnesium. Da sie aber über ein vergleichsweise schwaches Wurzelwerk verfügt, ist sie auf eine gute Nährstoffversorgung angewiesen. Eine unzureichende Versorgung führt grundsätzlich zur Schwächung der Kultur und macht somit erst einen Befall der Pflanze mit dem im Boden lauernden Pilz möglich.

 

Magnesiumdüngung stärkt Resistenz gegen Alternaria

In Gefäßversuchen wird sichtbar, dass von allen Nährstoffen in erster Linie Magnesium den Befall mit Alternaria beeinflusst. Bei allen im Mangel befindlichen Nährstoffen – mit Ausnahme von Magnesium – traten zu Kartoffeln die entsprechenden Mangelsymptome, nicht jedoch zusätzliche Infektionen auf. Nur unter Magnesium-Mangelbedingungen hatte Alternaria in ausgeprägter Form das Kartoffelkraut besiedelt, wie nachfolgendes Bild belegt:

Kartoffelpflanze, optimal versorgt mit allen Nährstoffen (Foto: K+S KALI GmbH)

Kartoffelpflanze mit Magnesiummangel

Magnesiummangel induziert Alternaria-Krankheit

Kartoffelpflanze, optimal versorgt mit allen Nährstoffen (links); Kartoffelpflanze mit Magnesiummangel (Mitte); Magnesiummangel induziert Alternaria-Krankheit (rechts) (Fotos: K+S KALI GmbH)

 

Magnesium begünstigt durch seine Chlorophyll-bildenden und Stoffwechsel-regulierenden Eigenschaften die Vitalität und Stabilität des an sich sensiblen Kartoffelkrautes. Trotz hoher Bodenversorgung tritt daher zu Blattfrüchten häufig Mg-Mangel auf. Werden Kalke oder Mg-arme Kaliumdünger eingesetzt, so kann durch den antagonistischen Effekt auch ein Mg-Mangel induziert werden. Dieses wird anhand einer Beprobung von Kartoffelblättern durch die Thüringische Landesanstalt sichtbar:

 

In der Literatur werden oftmals K/Mg-Verhältnisse von 3:1 gefordert. Um Mangel oder auch Blattkrankheiten wie Alternaria in der Kartoffel auszuschalten, ist ein eher engeres Verhältnis vorteilhaft. Daher passt das Düngesystem Patentkali (30 % K2O,10 % MgO) + EPSO Microtop (15 % MgO, 12 % S, 1 % B, 1 % Mn) ideal zu dieser Frucht. Bei niedrigen Bodenwerten und auf leichten Böden ist ein zusätzlicher Ausgleich in Form von ESTA Kieserit gran. (25 % MgO) vorteilhaft. Magnesiummangel führt zu frühzeitiger Abreife, mit diesem Abreifevorgang nimmt die Anfälligkeit für Alternaria zu. Daher ist es sinnvoll, eine die frühe Bodenversorgung ergänzende Blattdüngung in milder, gut pflanzenverträglicher aber schnell aufnehmbarer Form mit 5 x 10 kg EPSO Microtop ha-1 bis zum Blühende (EC 79) durchzuführen. Mit diesen systematisch durchgeführten Maßnahmen dürfte es gelingen, den Befall mit Alternaria nachhaltig zurückzudrängen.

 

Reinhard Elfrich, Everswinkel, Deutschland

 

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