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31.08.2016

Die Kaliumdüngung im Herbst lohnt sich

Für die Grunddüngung mit Kalium gibt es zwei Haupteinsatzzeiträume: Den Herbst und das Frühjahr, wobei zur Herbstdüngung der Zeitraum vom Sommer nach der Ernte (Stoppeldüngung) bis zur Düngung der schon aufgelaufenen Winterungen zählt. Ob es günstiger ist, Kalium im Herbst oder im Frühjahr auszubringen, ist eine viel gestellte Frage. Häufig gibt es die pauschale Empfehlung, auf leichten Standorten die Frühjahrsdüngung vorzuziehen. Wir nehmen den optimalen Düngezeitpunkt genauer unter die Lupe:

In einigen Feldversuchen der K+S KALI GmbH ist der Vergleich der Frühjahrs- und Herbstdüngung einer der untersuchten Aspekte. Hier zeigt sich, dass auch auf leichten Böden eine frühzeitige Kaliumdüngung im Herbst die beste Option sein kann. Dies veranschaulicht das Beispiel vom Standort Trüstedt in Sachsen-Anhalt anhand der Relativerträge einer 5-jährigen Fruchtfolge:

Die Ergebnisse zeigen, dass die Ausbringung von Kaliumdünger nach der Ernte sinnvoll ist. Die klassische Stoppeldüngung gewährleistet in der Regel sowohl eine gute Befahrbarkeit als auch die Applikation hoher Mengen, z.B. bei einer erforderlichen Auf- oder Vorratsdüngung für zwei oder drei Jahre. Meist folgen noch Maßnahmen der Bodenbearbeitung, die eine gute Einmischung des ausgebrachten Düngers gewährleisten.

Verluste durch Verlagerung, die über geringe unvermeidbare Mengen hinausgehen, sind auch bei unbewachsenem Boden über den Winter auf besseren Böden mit einem nennenswerten Anteil an Tonmineralen nicht zu erwarten. Die Tonminerale binden die Kaliumionen austauschbar an ihrer Oberfläche. Damit wird die Konzentration gelöster Kaliumionen im Bodenwasser begrenzt und deren Auswaschung verhindert. Von solchen Bedingungen kann man ab ca. 35 Bodenpunkten ausgehen.

Aber auch auf leichteren Böden kann und sollte im Herbst gedüngt werden, wenn Winterungen angebaut werden und kein optimaler Kalium-Bodengehalt vorhanden ist. Um Verlagerungen vorzubeugen, kann hier die Düngemenge im Herbst auf 100 kg K2O begrenzt und der weitere Düngebedarf im Frühjahr ergänzt werden. Diese Menge kann von gut entwickelten Beständen noch vor der Vegetationsruhe aufgenommen werden. So unterstützt das Kalium in der Pflanze bereits im Herbst eine optimale Entwicklung und steht mit Beginn der Vegetationsperiode im Frühjahr ohne Zeitverzug für das weitere Wachstum zur Verfügung.

Für die Herbstdüngung spricht auch, dass Kalium eine wichtige Funktion in der Frostresistenz der Winterungen hat. In die Zellen eingelagerte Kaliumionen wirken wie ein Frostschutzmittel. Sie erhöhen den osmotischen Druck, verzögern die Bildung von Eiskristallen und damit mögliche Schäden in den Zellen. Zugleich reduziert Kalium durch seine Funktion bei der Stomata-Regulierung unproduktive Wasserverluste und beugt dem Frosttrockentod vor.

Beim Einsatz von Korn-Kali wird der erste Magnesium- und Schwefelbedarf gedeckt. Gerade auf leichten Böden und bei schwach entwickelten Beständen kann schon im Herbst die Schwefelversorgung ein Problem werden, denn durch ergiebige Niederschläge wird Sulfatschwefel aus der Krume ausgetragen. Magnesium fördert das Wurzelwachstum und sorgt so für gute Startbedingungen.

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