22. November 2011
Der Tropentag 2011 fand in diesem Jahr unter dem Motto „Development on the margin“ (frei übersetzt: Entwicklung in Randbereichen) an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn statt. Nach mehreren Beteiligungen mit Fachbeiträgen in den Vorjahren trat die K+S KALI GmbH dieses Jahr erstmals als offizieller Sponsor der Veranstaltung auf. Laut Prof. Mathias Becker, Inhaber der Professur für Pflanzenernährung in den Tropen und Subtropen und Leiter des diesjährigen Tropentages, ist der Tropentag zur wichtigsten Veranstaltung der entwicklungsbezogenen Agrarforschung in Europa herangewachsen. „Die Anzahl der Teilnehmer und vertretenen Länder hat in den letzten Jahren rasant zugenommen, in diesem Jahr konnten wir rund 800 Teilnehmer aus 81 Ländern begrüßen. Und auch die wissenschaftliche Qualität hat sich durch die gestiegene Anzahl an eingereichten Beiträgen und damit verbundenen Auswahlmöglichkeiten deutlich erhöht.“
Prof. Jóska Gerendás, Angewandte Forschung & Beratung Agro der K+S KALI GmbH, und Prof. Mathias Becker, Inhaber der Professur für Pflanzenernährung in den Tropen und Subtropen der Universität Bonn und Leiter des Tropentages 2011
Ausrichter des Tropentages sind die Tropenzentren der Universitäten Göttingen, Hohenheim und Kassel-Witzenhausen, die landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn, das Nord-Süd Zentrum der ETH Zürich sowie die Arbeitsgemeinschaft für Tropische und Subtropische Agrarforschung e. V. (ATSAF) unter Beteiligung der Beratungsgruppe Entwicklungsorientierte Agrarforschung (BEAF) der GIZ. Die interdisziplinär angelegte, internationale Tagung findet seit 1999 jährlich an wechselnden Orten – bislang vorwiegend in Deutschland – statt. „Inzwischen zeigen sich auch Einrichtungen in Österreich, den Niederlanden und der Tschechischen Republik als Veranstalter des Tropentages interessiert“, beschreibt Becker die aktuelle Entwicklung. „Dies trägt weiter zur Vernetzung der internationalen Agrar- und Entwicklungsforschung und zur Stärkung des Tropentages bei.“
Der Tropentag richtet sich vor allem an die Zielgruppe der Nachwuchswissenschaftler, sie sollen für Fragestellungen der entwicklungsbezogenen Agrarforschung begeistert werden. „Damit junge Wissenschaftler aus aller Welt teilnehmen können, sind niedrige Tagungsbeiträge ein Muss. Um die gewachsenen Anforderungen an die Ausrichtung der Tagung zu bewältigen, sind wir neben der Grundfinanzierung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auf Sponsoren angewiesen“, erklärt Prof. Mathias Becker das Finanzierungskonzept. Für die Anwerbung der Sponsoren sind die jeweiligen Ausrichter des Tropentages verantwortlich. Die Sponsoren können sich nach Wunsch finanziell engagieren und auch Raum für die Gestaltung einer eigenen Tagungseinheit mit Wunschthema erhalten. Die Sponsorengelder fließen ausschließlich in die Ausrichtung der Tagung. Eventuelle Überschüsse werden für Reisekostenzuschüsse an junge Wissenschaftler aus dem Ausland eingesetzt.
In den Tagungsband vertiefter Nachwuchswissenschaftler
Aus Sicht von Prof. Mathias Becker liegt die Herausforderung der internationalen Agrarforschung vor allem in einem Beitrag zur Ernährungssicherung. Weltweit 925 Millionen hungernde Menschen, Bevölkerungswachstum und zunehmende Degradation der Böden machten standortangepasste Lösungen der Nahrungsmittelerzeugung dringend erforderlich. „Die bestehenden Herausforderungen sind nur gemeinsam von Wissenschaft und Wirtschaft zu lösen. Die Industrie hat letztlich die Schlagkraft und die Strukturen, um zur Problemlösung vor Ort beizutragen“, so Becker. Als ein Beispiel nennt er die ausgelaugten Böden im ostafrikanischen Hochland oder in Nordvietnam, wo man allein durch die Zufuhr von Einzelnährstoffdüngern hohe Ertragssteigerungen bei Kleinstproduzenten bewirken könne. Hier produkt- und vertriebsbezogene Lösungen zu finden, sei eine Aufgabe von hoher Dringlichkeit.
Prof. Jóska Gerendás, Angewandte Forschung & Beratung Agro der K+S KALI GmbH, stellte auf dem Tropentag ausgewählte Ergebnisse zur Schwefelversorgung von Ölpalmen auf indonesischen Plantagen vor. Diese Ergebnisse wurden in einem vom International Plant Nutrition Institute (IPNI) koordinierten Best Management Practise (BMP)-Projekt, das durch die K+S KALI GmbH finanziell unterstützt wird, erarbeitet. „Die K+S KALI GmbH erwirtschaftet etwa 50 % ihres Umsatzes mit Kalium- und Magnesiumprodukten außerhalb Europas. Mit Südostasien, Brasilien und Indien liegen die größten Überseemärkte in den Tropen und Subtropen. Die Entwicklung von standortangepassten Düngesystemen für die dortigen Kulturen ist daher ein Thema, dem wir uns zukünftig verstärkt widmen wollen.“, so Gerendás. Das Engagement der K+S KALI GmbH für den Tropentag hat bereits Tradition. In regelmäßigen Abständen beteiligen sich Agronomen des Unternehmens mit wissenschaftlichen Beiträgen.
Mitglied des Teams der Studenten-Reporter, das den Tropentag 2011 begleitet hat
Das Motto des diesjährigen Tropentages „Development on the margin“ kann aus Sicht von Prof. Mathias Becker auch als Leitprinzip der interdisziplinären Agrar- und Entwicklungsforschung verstanden werden. „Um zur Ernährungssicherheit beizutragen, sind vor allem Lösungen für Standorte mit randständigen Bedingungen gefragt. Und auch für ländliche Regionen, deren Menschen bislang außerhalb der Märkte leben und wirtschaften.“
Wie die Widerstandsfähigkeit landwirtschaftlicher Systeme gegen krisenhafte Einflüsse verbessert werden kann, ist Gegenstand des Tropentages 2012. Er findet unter dem Thema „Resilience of agricultural systems against crises“ an der Georg-August-Universität Göttingen statt. Es ist geplant, dass die K+S KALI GmbH ihr Engagement als Sponsor des Tropentages fortsetzen wird. Der Tagungsstandort in Göttingen bietet eine gute Gelegenheit, das von der K+S KALI GmbH gründete
IAPN (Institute of Applied Plant Nutrition) mit den bisherigen Organisatoren und Teilnehmern des Tropentages zu vernetzten und die eigenen Arbeiten in diesem Themenbereich vorzustellen.

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