Aktuell wurden bei den ersten Smin-Untersuchungen 2011 in Mecklenburg-Vorpommern sehr niedrige Smin-Gehalte im Boden gemessen. Im Hinblick auf Ertrag und Qualität von Raps und Weizen ist eine angepasste Schwefeldüngung unbedingt erforderlich. Die Bedeutung von Schwefel für hohe Erträge wurde 2010 in einem Winterweizenversuch in Ostenfeld (Schleswig-Holstein) anhand der Ertragsergebnisse sehr deutlich sichtbar.
Schwefel (S) wird im Boden durch Mineralisation aus organischer Substanz in die durch Pflanzen aufnehmbare Sulfatform umgewandelt. Dieser Prozess ist zum einen vom Gehalt organischer Substanz im Boden abhängig, zum anderen von den Witterungsbedingungen, hier im Speziellen der Bodentemperatur. Durch das sehr lange kalte Frühjahr 2010 konnte die Mineralisierung erst sehr spät einsetzen. Die Folge war, dass häufig Aufhellungen durch Schwefelmangel im Feld zu beobachten waren. Auch die dann folgende ausgeprägte Trockenheit ab dem Ährenschieben behinderte die Nährstoffaufnahme in weiten Teilen Deutschlands.
In einem Schwefeldüngungsversuch wurde die Kaliumversorgung über 111,1 kg K2O ha-1 60er Kali® sichergestellt. Für die Ausbringung von 20 und 40 kg S ha-1 wurde KALISOP (Kaliumsulfat) verwendet und die Menge des 60er Kali® entsprechend reduziert. Bereits eine S-Menge von 20 kg ha-1 reichte aus, um den Ertrag der beiden Sorten um jeweils ca. 1t ha-1 bei gleicher Stickstoffdüngung zu steigern. Eine höhere oder geteilte S-Gabe hatte keinen weiteren Ertragseffekt.
Wirkung einer Schwefeldüngung auf den Ertrag von zwei Winterweizensorten. Alle Versuchsglieder wurden mit 111,1 kg K2O ha-1 gedüngt. In den Versuchsgliedern mit Schwefeldüngung wurde das 60er Kali® gemessen an der Schwefelmenge durch KALISOP (Kaliumsulfat) anteilig ersetzt. Ostenfeld, 2010.
Erste Smin-Untersuchungen von 2011 in Mecklenburg-Vorpommern zeigen im Vergleich zu 2010 noch niedrigere Smin-Werte. Es ist also zu erwarten, dass schwefelbedürftige Kulturen, wie beispielsweise Winterweizen oder Raps, bei unterlassener S-Düngung deutliche Mangelsymptome zeigen und mit niedrigeren Erträgen reagieren. Für die Landwirtschaft empfehlen sich bei Frühjahrsdüngung schnell wirksame sulfathaltige Kaliumdüngemittel wie Korn-Kali® oder in Raps auch Patentkali®. In Herbsdüngungsgebieten oder bei Verwendung S-freier Düngemittel bietet sich zur Schwefelergänzung ESTA® Kieserit an. Zu Winterweizen sollten min. 20 kg Schwefel ha-1 und zu Raps min. 40 kg Schwefel ha-1 in Sulfatform gedüngt werden. Mit ESTA® Kieserit wird neben sulfatischem Schwefel auch noch zusätzlich Magnesium ausgebracht, das sich förderlich auf das Wurzelwachstum auswirkt.
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