Ökologischer Landbau

Der ökologische Landbau ist bestrebt, in einem geschlossenen Nährstoffkreislauf zu wirtschaften. Mit dem Verkauf pflanzlicher und tierischer landwirtschaftlicher Produkte wird dieser Kreislauf jedoch unterbrochen. Die in den Produkten enthaltenen Nährstoffe stehen dem Betrieb nicht mehr zur Verfügung. Der hierbei entstehende Nährstoffbedarf kann für die meisten Nährstoffe nicht vollständig aus betriebseigenen organischen Düngemitteln gedeckt werden. Vor allem Phosphor, aber auch Magnesium und Schwefel geraten so in Mangel.

 

Damit der Nährstoffbedarf der Pflanzen gewährleistet und die Bodenfruchtbarkeit des Standortes gesichert bleibt, darf nach der EU-Verordnung  834/2007 und der EU-Verordnung 889/2008 bei Bedarf eine mineralische Düngung durchgeführt werden. Der nachgewiesene Bedarf muss der Kontrollstelle oder -behörde gemeldet werden.

Wann ist eine mineralische Düngung sinnvoll?

Der Umfang einer mineralischen Ergänzung hängt insbesondere von der Wirtschaftsweise (Ackerbau mit oder ohne Viehhaltung) sowie der Art der Ernteprodukte und deren Nährstoffgehalten ab. Acker- und Gemüseflächen sind hierbei meist in weitaus stärkerem Maße betroffen als beweidete Grünlandflächen.

 

Anhand von Bodenuntersuchungen und Nährstoffvergleichen (Bilanzen) kann die Notwendigkeit einer ausgleichenden Mineraldüngung überprüft werden. Auch bei scheinbar geringem ausgewiesenem jährlichen Defizit summieren sich mit den Jahren die Fehlmengen und stellen durch sinkende Nährstoffvorräte im Boden einen beträchtlichen Verlust an Bodenfruchtbarkeit dar.

Mineralische Düngung im ökologischen Landbau

Diese Broschüre behandelt wichtige Aspekte der mineralischen Düngung im Ökolandbau sowie deren Auswirkung auf Ertrag und Qualität der Produkte.

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Durchschnittliche jährliche Nährstoffbilanz 2001 – 2007 der Ökologischen Fruchtfolge Güterfelde

Fruchtfolge:  Silomais – Winterroggen + Untersaat – Kleegras – Kartoffel – Winterroggen – 
Blaue Lupine - Wintertriticale

 

Bilanzgrößen Stalldungeinsatz3), kg ha-1+Jahr
  mit   ohne
  N P2O5 K2O MgO | N P2O5 K2O MgO
Nährstoffzufuhr ges. 90 30 45 17 | 31      
davon Stalldung 57 30 45 17 |        
N aus
N-Fixierung
33       | 31      
davon Mineraldünger4)               80 27
Nährstoffabfuhr ges. 87 37 101 15 | 40 21 40 7
davon Hauptprodukte 821) 35 87 13 | 402) 21 40 7
davon Koppelprodukte 5 2 14 2 |        
Nährstoffsaldo
 
3 -7 -56 2 | -9 -21 40 20
Nährstoffsaldo ohne
Mineraldünger
3 -7 -56 2 | -9 -21 -40 -7

 

1)  Kleegrasabfuhr  
2)  Kleegras verbleibt auf Feld
3)  20 t ha-1 Stalldung zu Kartoffeln und Silomais, 10 t ha-1 als Kopfdüngung
    zu Winterroggen  und Triticale
4)  2740 kg ha-1 Patentkali im Durchschnitt der Fruchtfolge pro Jahr

 

Quelle: Dittmann B., Zimmer J.: LVFL Brandenburg, Güterfelde, 2008

 

Wie aus der Nährstoffbilanz ersichtlich ergeben sich für Betriebe mit Stalldungeinsatz für Phosphat und Kalium sowie für Betriebe ohne Vieh für alle dargestellten Nährstoffe negative Salden, wenn nicht mineralisch zugedüngt wird. Zwar kann man über pflanzenbauliche Maßnahmen teilweise regulierend eingreifen, um die N-Bilanz zu verbessern - zum Beispiel durch die Erhöhung des Anteils an N-fixierenden Leguminosen. Die Bilanz für Phosphor, Kalium, Magnesium und Schwefel dagegen muss durch eine Nährstoffzufuhr von außen ausgeglichen werden. Weiterhin muss beachtet werden, dass der Anteil an Leguminosen in der Fruchtfolge nicht unendlich ausgedehnt werden kann. Neben erhöhten Saatgutkosten für Leguminosen, sprechen  auch pflanzenbauliche und phytosanitäre Aspekte dagegen.

 

Die Nährstoffgehalte an Kalium, Magnesium und Phosphor werden unter viehloser Bewirtschaftungsweise im Boden stetig reduziert. So wurde nach Ablauf einer Fruchtfolgerotation bei der durchgeführten Bodenuntersuchung festgestellt, dass durch den mehrjährigen K-Entzug ohne K-Zufuhr der Kaliumgehalt des Bodens in den unterversorgten Bereich abgesenkt wurde. Dadurch ist das Ertragspotential des Standortes und die Bodenfruchtbarkeit gefährdet und eine Wirtschaftlichkeit des Betriebes in Frage gestellt.

 

Um dies zu vermeiden sollten regelmäßige Bodenuntersuchungen durchgeführt werden. Hierdurch können Nährstoffabsenkungen im Boden rechtzeitig registriert und mit einer mineralischen Düngung gemäß EG-Öko-Verordnung und den Richtlinien der Verbände ausgeglichen werden.

Auch die Schwefelversorgung  darf nicht außer Acht gelassen werden. Infolge der Luftverbesserung ist der Eintrag aus der Luft deutlich zurückgegangen. Der Schwefelrückfluss über die Gülle kommt nur den Vieh haltenden Betrieben zugute, wobei nur 5-10% im jeweiligen Vegetationsjahr zur Verfügung steht. Daher kommt dem Schwefel auf vielen Standorten eine Ertrag begrenzende Funktion zu, wie aktuelle Feldversuche gezeigt haben.
Schwefel ist für den Ertrag und für die Qualität bei Ölsaaten, Leguminosen, Getreide, Zwiebeln, Lauch und anderen Kulturen wichtig.

Düngeempfehlungen für den ökologischen Anbau

Die Zulassung von Düngemitteln im ökologischen Landbau ist grundsätzlich in der EG-Öko-Verordnung (EG Nr. 834/2007 und EG Nr. 889/2008) geregelt. Danach dürfen unter anderem folgende Düngemittel eingesetzt werden:

 

Zu empfehlende Bodendünger

Patentkali® bietet sich zum Ausgleich der Nährstoffe Kalium und Magnesium bei Acker- und Gemüsekulturen an. Dieses ist insbesondere zu kalibedürftigen Kulturen (Raps, Kartoffeln, Zuckerrüben, Mais, Gemüse) zu verabreichen. Aufgrund des äußerst niedrigen Chloridgehaltes ist Patentkali besonders für chloridempfindliche Kulturen geeignet. Gleichzeitig wird die Schwefelversorgung gesichert.

Patentkali®

 

Magnesia-Kainit® ist wegen seiner besonderen und natürlichen Nährstoffzusammensetzung (Rohsalz) vor allem aufgrund seines hohen Natriumanteils für Grünland der ideale Ausgleichsdünger. Die Anwendung von Magnesia-Kainit wirkt Fruchtbarkeitsstörungen entgegen und verbessert die Schmackhaftigkeit des Aufwuchses.

Magnesia-Kainit®

 

ESTA® Kieserit ‘gran.‘ für magnesium- und schwefelbedürftige Böden und Kulturen. Wirkt unabhängig vom Boden pH und alle Nährstoffe sind voll wasserlöslich.

ESTA Kieserit gran®

 

KALISOP® (Kaliumsulfat) besitzt einen hohen Kalium- und Schwefelgehalt und ist besonders für chlorid- und salzempfindliche Kulturen geeignet. Ist universell anwendbar in der Landwirtschaft, im Gartenbau und für Sonderkulturen.

KALISOP®

 

 

Zu empfehlende Blattdünger

EPSO Top® wird bei akutem Magnesium und Schwefel-Mangel als sofort wirkender Blattdünger eingesetzt. Ist auch für die „Fertigation“(düngende Bewässerung) geeignet.

EPSO Top®

 

EPSO Microtop® empfiehlt sich bei akutem Magnesium-, Schwefel- und gleichzeitigem Bor- und Mangan-Mangel.

EPSO Microtop®

 

EPSO Combitop® ist der ideale Blattdünger, wenn in Getreide und Mais neben Magnesium und Schwefel auch Mangan (4%) und Zink (1%) benötigt werden.

EPSO Combitop®

 

HORTISUL® ist ein hochkonzentrierter Kaliumdünger auf sulfatischer Basis, was sich besonders positiv auf die Qualität der Erntefrüchte auswirkt. Ideal für chlorid- und salzempfindliche Kulturen. Bestens für die Düngung von Gemüse, Obst und Zierpflanzen unter Glas und Folie geeignet.

HORTISUL®

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