
10. März 2010
Einsparungen bei der Grunddüngung mögen in der jetzigen prekären Situation der Milchviehbetriebe nachvollziehbar sein. Auf Dauer gehen sie jedoch zu Lasten von Ertrag und Qualität, da sich der Bestand verändert. Gerade die hochwertigen Futtergräser sind auf eine ausgewogene Ernährung angewiesen und verabschieden sich bei einseitiger N-Düngung, wie ein Dauerversuch aus Bayern zeigt.
| Düngung in kg ha-1 |
Ertrag |
|
BU mg / 100 g Boden | Anteil 1. Aufwuchs in % der FM | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| _____________ | _____ | ___ | _________ | ______________________ | |||||
| N | P2O5 | K2O | TM t ha-1 |
pH-Wert | CAL P2O5 | CAL K2O | Gräser | Kräuter | Legumi-nosen |
| 120 | 100 | 210 | 10,8 | 5,8 | 22 | 10 | 80 | 12 | 8 |
| 120 | 50 | 210 | 10,5 | 5,3 | 10 | 10 | 81 | 13 | 6 |
| - | 50 | 105 | 8,0 | 5,0 | 11 | 11 | 55 | 16 | 29 |
| - | 100 | 210 | 9,3 | 5,4 | 24 | 13 | 56 | 14 | 30 |
| 120 | 100 | - | 6,8 | 6,2 | 25 | 5 | 79 | 19 | 2 |
| 120 | - | 210 | 7,9 | 4,6 | 3 | 22 | 62 | 35 | 3 |
| 120 | - | - | 6,6 | 4,9 | 3 | 7 | 78 | 20 | 2 |
N als KAS, P2O5 als Thomasphosphat, TSP, K2O als Korn-Kali
Quelle: LFL, Diepolder, Jakob
Ein Auslassen der Kalidüngung führte im untersuchten Zeitraum neben einer starken Ertragsreduzierung auch zu einer Verdrängung der Leguminosen, während bei einseitiger NK-Düngung der Kräuteranteil zu Lasten der wertvollen Gräser und Leguminosen stark zunahm. Ausschließliche N-Düngung brachte auf Dauer sogar weniger Ertrag als unterlassene N-Düngung.
Trotz dieser Erkenntnisse nimmt der Anteil an unterversorgten Grünlandbeständen in Hessen und Rheinland-Pfalz stetig zu, was am Beispiel Westerwald gezeigt werden soll.
Bei Kalium liegen 44 % der Flächen unter der optimalen Versorgungsstufe C, bei Phosphat sind es sogar über drei Viertel (79 %). Ähnlich dramatisch sieht es beim pH-Wert aus, wo über 80 % der Flächen Werte unter 5,5 aufweisen. Gründe dieser Entwicklung sind vielschichtig. Zum Beispiel werden die Gehalte der Wirtschaftsdünger oft überschätzt. Bevorzugt werden sie auf die hofnahen Flächen und auf Acker ausgebracht. Ein dringend notwendiger mineralischer Ausgleich bleibt jedoch augenscheinlich aus.
Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung
Mit freundlichen Grüßen
Erwin Niederländer

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