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10. März 2010

Grünland-Bestandversänderungen durch Grunddüngereinsparungen

Einsparungen bei der Grunddüngung mögen in der jetzigen prekären Situation der Milchviehbetriebe nachvollziehbar sein. Auf Dauer gehen sie jedoch zu Lasten von Ertrag und Qualität, da sich der Bestand verändert. Gerade die hochwertigen Futtergräser sind auf eine ausgewogene Ernährung angewiesen und verabschieden sich bei einseitiger N-Düngung, wie ein Dauerversuch aus Bayern zeigt.

 

 

 

Ertrag, Bodenversorgung und Artenanteile einer Fuchsschwanzwiese

(drei Schritte bei langj. differenzierter Düngung, Mittel 1985 - 2001)

 

Düngung in
kg ha-1

Ertrag

 

  BU mg / 100 g Boden    Anteil 1. Aufwuchs in % der FM
_____________ _____ ___ _________ ______________________
N P2O5 K2O  TM
t ha-1
pH-Wert CAL P2O5 CAL K2O Gräser Kräuter Legumi-nosen
120 100 210 10,8  5,8 22   10 80  12  8
120 50 210 10,5  5,3  10  10  81 13  6
- 50 105 8,0  5,0  11  11  55 16  29
- 100 210 9,3  5,4  24  13  56 14  30
120 100 - 6,8  6,2  25  5  79 19  2
120 - 210 7,9  4,6  3  22  62 35  3
120 - - 6,6  4,9  3  7  78 20  2

 

N als KAS, P2O5 als Thomasphosphat, TSP, K2O als Korn-Kali

Quelle: LFL, Diepolder, Jakob

 

 

 

Ein Auslassen der Kalidüngung führte im untersuchten Zeitraum neben einer starken Ertragsreduzierung auch zu einer Verdrängung der Leguminosen, während bei einseitiger NK-Düngung der Kräuteranteil zu Lasten der wertvollen Gräser und Leguminosen stark zunahm. Ausschließliche N-Düngung brachte auf Dauer sogar weniger Ertrag als unterlassene N-Düngung.

 

Trotz dieser Erkenntnisse nimmt der Anteil an unterversorgten Grünlandbeständen in Hessen und Rheinland-Pfalz stetig zu, was am Beispiel Westerwald gezeigt werden soll.

 

Bei Kalium liegen 44 % der Flächen unter der optimalen Versorgungsstufe C, bei Phosphat sind es sogar über drei Viertel (79 %). Ähnlich dramatisch sieht es beim pH-Wert aus, wo über 80 % der Flächen Werte unter 5,5 aufweisen. Gründe dieser Entwicklung sind vielschichtig. Zum Beispiel werden die Gehalte der Wirtschaftsdünger oft überschätzt. Bevorzugt werden sie auf die hofnahen Flächen und auf Acker ausgebracht. Ein dringend notwendiger mineralischer Ausgleich bleibt jedoch augenscheinlich aus.

 

 

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung

 

Mit freundlichen Grüßen

Erwin Niederländer

 

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