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28. März 2011

Was ist bei der Neuanlage einer Wildäsungsfläche zu beachten?

Folgende Kriterien sind nach Dr. Karl-Heinz Neuner, Regionalberater bei der K+S KALI GmbH in Deutschland, für das Neuanlegen von Wildäsungsflächen wesentlich:

 

Die Auswahl des richtigen Standortes und die Lage

Wildäsungsflächen sollten innerhalb oder in unmittelbarer Nähe von Einständen oder an den Hauptwechseln des Wildes liegen, aber weit abseits von Durchgangsstraßen, um den Wildwechsel über die Straße nicht zusätzlich zu provozieren. Die Flächen sollten nicht zu nass sein (Grundwasser auf leichten Standorten tiefer als 60 cm, auf mittleren und schweren Böden unter 80-100 cm Tiefe) und nicht ständig im Schatten liegen (Sonne fördert die Kleearten).

 

Zu bevorzugen sind:

Weniger geeignet sind landwirtschaftliche Nutzflächen direkt am Waldrand.

(Foto: fotolia)

(Foto: fotolia)

 

Die Form und die Größe der Äsungsfläche

Viele kleinere Äsungsflächen über das ganze Revier verteilt sind besser als wenige große Flächen, bewährt haben sich Flächen von 0,2 bis 0,5 ha Größe; für maschinellen Einsatz eher geradlinige Ausformung vorteilhaft.

 

Die zeitliche Planung der Nahrungsbereitstellung und die Feldbestellung

Der höchste Nahrungsbedarf liegt bei weiblichem Schalenwild während der Säugezeit, also Anfang Mai bis Ende Juli. Im Wald herrscht da noch ein gewisser Nahrungsengpass. Männliches Wild hat den höchsten Nahrungsbedarf noch zeitiger im Frühjahr (Februar-April). Die Neuanlage sollte also schon im Vorjahr geplant werden.

 

Aussaat erfolgt bis Ende Mai, z.B. im Breitsaatverfahren und mit nachfolgendem Eggenstrich mittels Saategge; eventuell leicht anwalzen, vor allem bei trockener Witterung zur Beschleunigung der Keimung. Eine Herbstsaat erfolgt am besten Ende August, etwa zeitgleich zur Rapssaat. Besonders wichtig ist die Auswahl der richtigen Saatgutmischung (siehe auch Jagdzeitschriften, Agrarhandel, Feldsaatenerzeuger).

 

Der Nährstoffbedarf

Bei der Neuanlage bedarf es einer Grunddüngung mit etwa 120 kg P2O5 ha-1, 160 kg K2O ha-1 und 40 kg MgO ha-1. Auf humusarmen Böden ist als Starthilfe noch eine Stickstoffdüngung mit 20-50 kg N ha-1 notwendig. Bei hohem Leguminosenanteil kann auf eine mineralische Stickstoffdüngung ansonsten verzichtet werden. Kalkung nicht vergessen. Kalkstickstoff in nicht zu hohen Mengen hat zusätzlich eine phytosanitäre Wirkung gegen Unkräuter.

 

Verbesserung von Wildäsungsflächen – Die richtige Düngung spielt dabei eine wesentliche Rolle

 

 

 

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Karl-Heinz Neuner

 

 

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