19. März 2010
Aktuelles zur Kalidüngung
Nach der Kali-Preissenkung Anfang 2010 ist die Nachfrage nicht nur im Inland drastisch gestiegen. Vielfach bestehender Nachholbedarf bei der Einlagerung und in der Landwirtschaft führten zu Mengenbegrenzungen bei den Düngerauslieferungen. Zusätzliche Verzögerungen treten durch mangelnde Waggonverfügbarkeiten auf.
Nach besonders in den letzten beiden Jahren deutlich reduzierten Kaliausbringung ist jetzt eine Reaktion mit „Mehr“ mangels Masse z.T. begrenzt, andererseits ist eine bedarfsdeckende Kalium- und Magnesiumversorgung der Kulturen dringender denn je.
Kaliumversorgung bei Kartoffeln sicher stellen
- Langjährig durchgeführte Feldversuche zeigen: Kartoffeln reagieren sehr positiv auf eine Kaliumdüngung. Bei mittlerer Bodenversorgung (BU Klasse C) wurden im Mittel wirtschaftliche Ertragssteigerungen bis mindestens 250 kg K2O ha-1 und darüber hinaus erzielt.
- Die Düngung „vor dem Pflanzen“ brachte Ertragsvorteile gegenüber „nach dem Pflanzen“. Eine Kali-Unterfußdüngung brachte keine gesicherten Mehrerträge.
- Bei Stärke- und Veredlungskartoffeln ist sulfatischer Kalidünger (z.B. Patentkali) ein Muss. Bei mittlerer Bodenversorgung konnten bis mindestens 150 kg K2O ha-1 als „Patentkali“ die Stärkegehalte gesteigert werden. Chloritischer Kalidünger drückte die Stärkegehalte deutlich.
- Die Stärkeerträge pro ha orientierten sich am Knollenertrag, nicht an den Stärkegehalten.
- Kalium senkt die Beschädigungsempfindlichkeit und die Schwarzfleckigkeit. Die Gehalte an reduzierenden Zuckern werden verringert. Die Lagerfähigkeit wird insgesamt verbessert.
Kali-Grunddüngung zu Zuckerrüben
- Bekanntlich steigert Kalium die Rübenerträge und auch die Zuckergehalte ( % Pol.).
- Die bei mittlerer Bodenversorgung (Klasse C) nach Empfehlungen der LK Niedersachsen ermittelte mittlere Kalidüngung von ca. 250 kg K2O ha-1 wird besonders auf leichteren Standorten noch zu häufig unterschritten.
- Bei Vorsaat-Einarbeitung der Kalidüngung (min. 15 cm) erscheint eine Aufteilung der Kalidüngung auch auf Sandstandorten nicht notwendig. Bei Mulchsaat mit flacher Bodenbearbeitung sollte ein Splitting angedacht werden (2te Kaligabe im 8.-10. Blattstadium).
- Eine Verminderung der ZR-Qualitäten durch Kalium ist mittlerweile zu vernachlässigen. Die mit der Kaliumdüngung verbundene Senkung der α-Aminogehalte und die höheren Polarisationen gleichen die Melassebildung von Kalium mindestens aus!
- Die Natriumdüngung wirkt im ZR-Anbau positiv. Na kann besonders bei Trockenheit und / oder Kaliumfestlegung als „Kalium-Ersatznährstoff“ dienen und Erträge absichern bzw. steigern. Auf die Na-Gehalte im „Korn-Kali“ sollte man deshalb Wert legen.
Grünland
- Bei intensiver Schnittnutzung werden hohe Kaliumentzüge von bis zu 400 kg K2O ha-1 häufig unterschätzt. Dabei ist Kalium im Verein mit Stickstoff der wesentliche Ertragsbildner.
- Weite K:Na-Verhältnisse durch hohe Kaliumgehalte im Grundfutter sind durch Verzicht auf K-Düngung wenig zu beeinflussen. Gezielte Na-Zufuhr durch „Magnesia-Kainit“ engt das Verhältnis meist sicher auf < 15 ein.
- Mit dem Futter-Kationen-Anionen-Konzept soll der FKAD-Wert gesenkt werden. Die Düngung mit „Magnesia-Kainit“ führt nicht nur die Kationen Na, Mg und K zu, sondern auch größere Mengen der Anionen Cl und SO4. Der FKAD-Wert wird zuverlässig gesenkt.
- Die Nährstoffe K, Na und Mg sind wichtige Mineralstoffe der Tierernährung. Ihr Einbau in die Grundfuttersubstanz erhöht die Schmackhaftigkeit und damit die Grundfutteraufnahme der Tiere um ca. 10 Prozent.
EPSO Microtop
- Viele Bestände gehen winterbelastet in die Vegetation. Die vitalisierende Wirkung von EPSO Top (Bittersalz, 10 – 20 kg ha-1 in 5 %iger Lösung) sollte in Getreide von Anfang an (EC 32) genutzt werden. Bei Problemen mit der Mikronährstoff-Versorgung sollte EPSO Combitop mit Zink und Mangan zur Anwendung kommen.
- Bei Raps, Zuckerrüben und Kartoffeln empfiehlt sich die Anwendung von EPSO Microtop mit Bor und Mangan (15-25 kg ha-1 in 5 %iger Lösung). Die gängigen Insektizid- /Fungizidapplikationen bieten gute Gelegenheiten der Zumischung.
- Anwendungshinweise oder Einschränkungen der Hersteller von Pflanzenschutzmitteln sind dabei zu beobachten.
Für weitere Fragen stehe ich gern zur Verfügung
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dietrich Lampe
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