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30. September 2011

Herbst-Stoppeldüngung mit Kalium – ein bewährtes Modell

Die ausgeprägte Trockenheit in wichtigen Phasen der Vegetation dieses Jahres hat besonders auf wenig speicherfähigen Böden Niedersachsens zu Ernteverlusten geführt. Auch wenn die sehr befriedigende Marktsituation bei Druschfrüchten für entsprechenden Ausgleich sorgt, ist festzustellen, dass rückläufige Kaliumbodenversorgungen und Einsparungen bei der Kaliumgrunddüngung die Ertragssituation auffällig verschärft haben. Die bewährte Herbst-Stoppeldüngung mit Korn-Kali® bietet Gelegenheit zur Abhilfe. Je negativer die Wasserbilanz während der Vegetation, desto besser die Ertragswirkung von Kalium (s. Abb ).

Die Möglichkeiten der Kostensenkung im Bereich des Düngereinsatzes sind heute weitestgehend ausgereizt.

Die Möglichkeiten der Kostensenkung im Bereich des Düngereinsatzes sind heute weitestgehend ausgereizt.

 

Nachhaltige Bodenfruchtbarkeit und bedarfsgerechte Pflanzenernährung

Ziel des Landwirtes muss der Erhalt nachhaltiger Bodenfruchtbarkeit sein. Kaliumbodenvorrat und eine Kaliumdüngung, die den Nährstoffentzug und die Nährstoffverluste im Boden berücksichtigt, sorgen gemeinsam für eine bedarfsgerechte Pflanzenernährung.

 

Bei der Kalkulation der Kaliumdüngermengen für die Herbststoppeldüngung wird empfohlen, die Kaliumbodenversorgung nicht unterhalb Klasse C einzustellen, um aus Bodenvorrat und Düngung die Kulturen bedarfsgerecht zu versorgen. Dies gilt erfahrungsgemäß besonders für Blattfrüchte.

 

Entsprechend sollte die Kaliumherbstdüngung als Vorrats- bzw. Fruchtfolgedüngung gezielt zu Blatt- bzw. Hackfrüchten erfolgen, um die positiven Wirkungen optimal nutzen zu können. Für nachfolgende Getreidefruchtfolgeglieder ist jedoch eine ausreichend gute Kaliumbodenversorgung wichtig. Dies ist besonders bedeutsam für Jahre mit schlechter Wasserversorgung, in denen nach Ergebnissen des Feldversuchwesens auch bei Getreide durch Kaliummangel Ertragseinbußen auftreten können.

 

Die Kalium-Stoppeldüngung im Herbst hat sich auf Standorten ab ca. 35 Bodenpunkten bzw. 8 bis 10 % Ton als besonders pflanzengerecht erwiesen, weil durch die nachfolgende Bodenbearbeitung eine optimale Einmischung der Kaliumnährstoffe in den Wurzelbereich der Pflanzen gewährleistet wird. Die Einarbeitung des Nährstoffs Kalium in den Krumenbereich ist wichtig, weil Kalium bei Düngemaßnahmen in die Bestände auf mittleren und schwereren Standorten an oberflächennahe Tonkomplexe gebunden wird und damit den tiefer wurzelnden Kulturpflanzen nur unzureichend zur Verfügung steht. Diese Einschränkung der Wirksamkeit gilt auf solchen Standorten entsprechend auch bei Kalium-Frühjahrsdüngung in die Pflanzenbestände – sie gilt nicht für leichte Böden.

 

Neben diesem bodenphysikalischen Aspekt hat die Stoppelgrunddüngung weitere praktische pflanzenbauliche und betriebswirtschaftliche Vorteile, wie zeitsparendes und schadfreies Ausbringen der Grunddüngung bei vorhandenen Spurschächten der Getreidestoppel und auch die kostengünstige Einkaufsmöglichkeit der benötigten Kalidünger. Weiterhin wird durch die Kalium-Herbstdüngung die Jugendentwicklung der Winterungen durch gute Verfügbarkeiten von Kalium und der Begleitnährstoffe gefördert.

 

Die qualitäts- und ertragssteigernde Wirkung des Nährstoffs Kalium ist bekannt und durch Feldversuche vielfach belegt. Im Zuckerrübenanbau steigert Kalium bekanntermaßen die Ertragsleistung und die Zuckergehalte. Eine Minderung der Verarbeitungsqualität durch Kaliumdüngung kann ausgeschlossen werden, da Kalium durch Verminderung der Aminogehalte im Rübenkörper qualitätsfördernd wirkt.

 

Die Kalium-Herbstdüngung zu Raps beeinflusst die Winterhärte positiv, ausreichende Kaliumgaben wirken ertragssteigernd und beeinflussen den Ölgehalt positiv.

 

Bedeutung der Nährstoffe hat deutlich zugenommen

Im bekanntesten Kalidünger Korn-Kali® sind die Kaliumgehalte (40 % K2O) kombiniert mit den wichtigen Nährstoffen Magnesium (6 % MgO), Schwefel (4 % S) und Natrium (3 % Na). Die Bedeutung dieser Nährstoffe hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

 

Natrium ist ein wichtiger Nährstoff für den Zuckerrübenanbau. Aus Feldversuchen wird ersichtlich, dass das Natriumdüngungsoptimum zu Zuckerrüben jedoch auf einem relativ niedrigen Niveau von ca. 20 bis 30 kg Na pro ha zu finden ist. Höhere Natriumdüngermengen können bereits Ertragsabfall bewirken. Diese Kalium-/Natrium-Nährstoffkombination ist diesen Erfordernissen ideal angepasst.

 

Magnesium unterliegt – ähnlich wie Calcium – der Verlagerung und Auswaschung aus den durchwurzelbaren Bodenhorizonten. Magnesiumbilanzen auf Ackerstandorten sind bei Berücksichtigung von Verlagerung und Auswaschung in der Regel negativ. Selbst bei noch ausreichender Magnesiumversorgung der Böden sollten vor dem Hintergrund häufig negativer Nährstoffbilanzen die Magnesiumbegleitnährstoffe in Kaliumdüngern deshalb nicht als unnötige Zugabe, sondern als bewertbarer Beitrag zur Magnesiumversorgung unserer Pflanzen betrachtet werden. Kalidüngemittel wirken insgesamt physiologisch neutral, d.h. nicht pH-Wert verändernd.

 

Die Bedeutung des Nährstoffs Schwefel und die Notwendigkeit der Schwefeldüngung ist hinlänglich bekannt. Schwefel als Begleitnährstoff ist bei Herbstdüngung für sich allein nicht in der Lage die Schwefelversorgung der Kulturpflanzen für die gesamte Vegetation sicherzustellen.

 

Raps hat als schwefelbedürftigste Frucht bis zur Winterruhe einen Schwefelbedarf von bis zu ca. 20 kg S pro ha, der im Herbst zur Verfügung stehen muss und idealerweise mit der Herbstgrunddüngung ausgebracht werden sollte. Diese Mengen (bis zu 20 kg Schwefel pro ha) werden mit der Grünmasse der Pflanzen in das Frühjahr übertragen und stehen zu Vegetationsbeginn unmittelbar zur Verfügung. Da Raps besonders in milden Winterhalbjahren weiter wächst und damit Wasser verbraucht, ist besonders auf tiefgründigeren Standorten die Auswaschung von Schwefel häufig geringer als angenommen. Eine Vertagung der Kaliumdüngung in das Frühjahr ist deshalb nicht ratsam, weil auf schwereren Standorten bei Frühjahrsausbringung die Wirkung und Nutzung des Hauptnährstoffs Kalium durch Bindung an Tonminerale der obersten Krumenschicht beeinträchtigt wird.

 

Korn-Kali® für positive Ertrags- und Qualitätseffekte

Die Nährstoffe Magnesium, Schwefel und Natrium sind wichtige begleitende Bestandteile im Korn-Kali®, die gemeinsam mit Kalium in Feldversuchen immer wieder positive Ertrags- und Qualitätseffekte im Vergleich zur reinen Kaliumdüngung bewirken.

 

 

Für weitere Fragen stehe ich gern zur Verfügung

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dietrich Lampe

 

 

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