
17. März 2011
Späte Aussaaten und ein langer Winter haben dafür gesorgt, dass die Winterungen in der Entwicklung zurückblieben. Acker- und pflanzenbauliches Gespür ist deshalb jetzt gefragt, um das Wachstumsdefizit der Winterungen so schnell wie möglich – besonders durch Düngungsmaßnahmen – auszugleichen.
Auf den schwereren Ackerstandorten ab ca. 35 Bodenpunkten erfolgt die Grunddüngung mit Kalium (K), Magnesium (Mg) und Natrium (Na) normalerweise in Form der Herbst-Stoppeldüngung. Marktbedingt wurde in den letzten Jahren aber auch in diesen Regionen die Grunddüngung in das Frühjahr verlagert. Es ist grundsätzlich zu bedenken, dass eine Kaliumgrunddüngung durch Einarbeitung der Nährstoffe in den Krumenbereich auf Standorten mit über 8-10 % Ton (entsprechend ca. 35 Bodenpunkten) eine bessere Nährstoffverfügbarkeit gewährleistet als die Düngung in die Bestände, bei der sich die Nährstoffmengen in den oberen Krumenbereichen konzentrieren, während die Pflanzenwurzeln mit zunehmender Vegetation stärker in tieferen Bereichen wurzeln. Auch auf leichten Standorten zeigt die Erfahrung, dass die Einmischung der Kalidünger in den Wurzelbereich ertraglich und qualitativ Vorteile bietet. Befürchtungen hinsichtlich einer höheren Nährstoffverlagerung sind meist unbegründet, da mit Vegetationsbeginn Mitte bis Ende März in der Summe aufwärtsgerichtete Wasserbewegung vorherrscht.
Bei der Bemessung der Kaliumgrunddüngung wurde preisbedingt in den letzten Jahren massiv eingespart. Auf hohe Kaliumnährstoffvorräte im Boden kann dabei kaum noch gesetzt werden, da die Ergebnisse der Bodenuntersuchungen in Niedersachsen nach wie vor eindeutig rückläufige Kaliumgehalte der beprobten Flächen auswiesen. Das gilt bei Kalium mittlerweile nicht nur für den Marktfruchtbau, sondern zunehmend auch in Futterbaubetrieben, in denen die Nährstoffgehalte der anfallenden Gülle die kalkulierten Mengen nicht mehr sicherstellen.
Besonders kaliumbedürftig sind bekanntermaßen die Blattfrüchte Zuckerrüben, Kartoffel, Raps und Mais, die deshalb bei der Kaliumdüngung besonders berücksichtigt werden müssen.
Eine bedarfsgerechte Kaliumdüngung zu Zuckerrüben muss gemeinsam mit der Kaliumbodenversorgung einen Kaliumbedarf von ca. 400 kg K2O ha-1 sicherstellen. Nach den Ergebnissen aus langjährigen Feldversuchen ist bekannt, dass Kalium im Zuckerrübenanbau positive Ertragswirkungen hat und eine Steigerung der Zuckergehalte bewirkt. Diese beiden Ertragsparameter sind entscheidend für die Zuckerrübenbezahlung und damit ausschlaggebend für die Wirtschaftlichkeit des Zuckerrübenanbaus.
Die Grunddüngung von Kalium und Magnesium im Kartoffelanbau ist hinsichtlich Höhe und Kaliumform mehr denn je an die Erfordernisse von Ertrag und Qualität gebunden. Bekannt ist, dass die Kartoffel mit Kalium-Netto-Entzügen von 250 bis 300 kg K2O ha-1 zu den kaliumbedürftigsten Früchten unserer Anbauregionen zählt. Besonders auf leichteren Standorten und unter ungünstigen Witterungsverhältnissen, wie Trockenheit, werden im Feldversuchswesen immer wieder z.T. erhebliche Mehrerträge durch Kaliumdüngung festgestellt.
Auch auf dem Grünland ist es in diesem Jahr wichtig, die witterungsbeeinflusst besonderen Ausgangsbedingungen für eine bedarfsdeckende Versorgung mit den Grundnährstoffen Kalium, Magnesium sowie Schwefel und Natrium zu berücksichtigen. Besonders in Gemischtbetrieben kann der Anteil schlecht versorgter Grünlandschläge deutlich zunehmen, da wirtschaftseigene Dünger zunächst auf Ackerflächen ausgebracht werden. Häufig wird übersehen, dass gerade bei intensiver Schnittnutzung Kaliumentzüge von über 300 kg K2O pro ha durch Düngung ausgeglichen werden müssen – unabhängig von möglichen Nährstoffverlagerungen oder Kaliumfestlegungen.
Letzte Ergebnisse des Grünlandversuchsstandortes Wehnen belegen, dass eine mineralische Kaliumzusatzdüngung in Form von Magnesia-Kainit® besonders bei einmaliger aber auch bei zweimaliger Güllegabe die Schnittleistung je nach Jahr nennenswert anheben kann.
Magnesium und Natrium sind neben ihrer Bedeutung als Pflanzennährstoffe in der Tierernährung wichtig als Mineralstoffe. Tiergesundheit und Fruchtbarkeit werden durch Magnesium und Natrium positiv beeinflusst; ausreichende Gehalte im Grünlandaufwuchs (0,2 % Mg bzw. 0,2 % Na i. d. TS) helfen die Mineralstoffversorgung der Tiere auf natürliche Weise zu sichern. Über Düngungsmaßnahmen mit Magnesia-Kainit® (11 % K2O; 5 % MgO; 20 % Na und 4 % S) können die geforderten Mineralstoffgehalte im Aufwuchs eingestellt werden, was zu höherer Grundfutteraufnahme und verbesserter Futterausnutzung führt – ein interessanter Aspekt auch für die extensive Grünlandnutzung.
Die erhöhte Schmackhaftigkeit bei hohen Magnesium- und Natriumgehalten im Grundfutter hat im Vergleich zur Na-Zufütterung wesentliche Bedeutung für die Milchleistung aus dem Grundfutter. Wie aus der Abbildung ersichtlich, wird trotz Na-Zufütterung die entscheidende Steigerung der Leistung durch eine Na-Düngung und der damit verbundenen höheren Grundfutteraufnahme erreicht.
Die zunehmende Gülleanwendung auf dem Grünland führt häufig zu relativ hohen Kaliumgehalten im Grundfutteraufwuchs, die tierphysiologisch in einem Missverhältnis zu den übrigen Mineralstoffen im Grundfutter stehen können. Dabei ist jedoch nicht allein der absolute Kaliumgehalt in der Trockensubstanz entscheidend, sondern besonders das Verhältnis zwischen Kalium und Natrium. Durch die Düngung mit dem natriumhaltigen Magnesia-Kainit® kann dieses Kalium-Natrium-Verhältnis auf Werte von 15-20:1 tiergerecht eingestellt werden. Damit werden negative Aspekte hoher Kaliumgehalte im Grundfutteraufwuchs im Sinne der Tiergesundheit und der Futterausnutzung wirksam ausgeglichen.
Nach deutlich reduzierter Schwefelimmission aus der Atmosphäre ist es überdies ratsam, in Zukunft auch auf dem Grünland den Nährstoff Schwefel und seine Gehalte in den verschiedenen Düngemitteln mehr zu beachten.
Die neuerdings diskutierte Möglichkeit der Milchfieberprophylaxe durch Einstellung einer bestimmten Diätetischen-Kationen-Anionen-Bilanz (DCAB) steht mit der Schwefelversorgung der Grünlandflächen in Beziehung. Die Düngung mit kieserithaltigen (MgSO4) Düngemitteln erhöht mit Chlorid die Anionenkonzentration und wirkt so ausgleichend auf das Kationen-Anionen-Äquivalent im Grundfutteraufwuchs
Die Düngung mit den Nährstoffen Kalium, Magnesium, Natrium und Schwefel ist gerade bei ungünstigen Boden- bzw. Witterungsverhältnissen eine wesentliche Maßnahme des Landwirts, Erträge und Qualitäten in der Pflanzenproduktion abzusichern. Bei Befahrbarkeit der Flächen sollten diese Grunddüngungsmaßnahmen umgehend erfolgen, um eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung der Kulturpflanzen von Vegetationsbeginn an sicherzustellen.
Für weitere Fragen stehe ich gern zur Verfügung
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dietrich Lampe

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