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21. Januar 2010

Silagequalität – auch eine Frage der Düngung

Die Silagequalitäten 2009 in Baden-Württemberg und Bayern liegen bei Energie- und Proteingehalt vor allem beim wichtigen ersten Aufwuchs deutlich unter den Werten des Vorjahres. Die nachfolgenden Ergebnisse des LAZBW Aulendorf, Dr. Nussbaum und des LKV-Labor Grub, Dr. Schuster, M. Moosmeyer, geben wir Ihnen auszugsweise wieder.

 

Die hohen Düngemittelpreise in 2008 und zu Beginn der Frühjahrsdüngung 2009 führten dazu, dass viele Grünlandflächen nicht oder nur mit Stickstoff gedüngt wurden. Oftmals wird auch zu wenig Gülle auf Intensivgrünland ausgebracht, was langfristig erhebliche Nährstoffdefizite verursachen kann. Die Folge sind dann unbefriedigende Erträge und/oder Qualitäten beim Grundfutter wie in der Tabelle beschrieben.

 

 

 

Energie- und Proteingehalte
von Grassilage im 1. Aufwuchs 2009
MJ NEL kg-1 TM
Zielwert min. 6,40
XP g kg-1 TM
Zielwert 160-180
Baden-Württemberg 941 Proben 5,94 149
Bayern 2145 Proben 5,83 148

 

 

Die Kalziumgehalte sind mit 6,7 bis 7,4 g kg-1 TM in Ordnung, Magnesium mit > 2 g ebenso. Ein leichtes Defizit besteht mit 3,4 g beim Phosphor, hier sind 4 g anzustreben. Absolut unbefriedigend ist in BW mit 46:1und BY mit 31:1 das Kalium zu Natrium-Verhältnis im Grundfutter. Hier sollte unbedingt ein K:Na-Verhältnis von mindestens 20:1erreicht werden. Das ungünstige Verhältnis liegt nicht an zu hohen K-Gehalten im ersten Aufwuchs, sondern an absolut zu niedrigen Na-Gehalten von unter 1 g kg-1 TM (Sollwert 2 g kg-1 TM). Magnesia-Kainit mit 20 % Natriumgehalt kann das schlechte K:Na-Verhältnis im Grundfutter optimieren.

 

 

 

Bodenversorgung – Spiegel der Düngegewohnheit

Der hohe Anteil schlecht mit Phosphor und Kalium versorgten Grünlandflächen zeigt, dass oft Entzüge unterschätzt, Gülle überschätzt und die mineralische Ergänzungsdüngung vernachlässigt wird.

 

Wenn in dem Auswertungszeitraum der Anteil an der Bodengehaltsklasse A und B trotz in der Regel vorhandener organischer Düngung zunimmt, kann von nachhaltiger Bewirtschaftung keine Rede sein. Insofern verwundert es nicht, wenn aktuelle Silageproben niedrigere Inhaltsstoffe aufweisen.

 

 

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

Peter Heintze

 

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