7. September 2009
Kaliumfixierung – Ursache von sichtbarem Kaliummangel
Unter Kaliumfixierung versteht man die Eigenschaft tonhaltiger Böden mit aufweitbaren Tonmineralen, gedüngtes Kalium in die Zwischenschichten einzulagern (zu fixieren) und damit dem Pflanzenbedarf zu entziehen. Erst wenn Tonminerale das festgelegte Kalium wieder freigeben können, ist der Übergang zur Entzugsdüngung möglich.
Formen und Auftreten der Kaliumfixierung
- Bei der Trockenfixierung werden die Kaliumionen bei Trockenheit in den Zwischenschichten so stark eingeklemmt, dass sie nicht mehr pflanzenverfügbar sind. Erst wenn der Boden wieder durchfeuchtet ist, geben die Tonminerale Kalium an die Bodenlösung ab. Betroffen sind Böden mit hohem bis sehr hohem Tongehalt, wie z.B. Keuper, Muschelkalk, Schieferton, degradierter Löss. Somit kann die Trockenfixierung auch auf ordentlich versorgten Böden in Gebieten mit Frühsommertrockenheit – wie in vielen Weinbaulagen – sichtbar auftreten.
- Eine Nassfixierung findet man auf Böden mit stark aufgeweiteten Tonmineralen, die oft durch lange Unterdüngung ihr Kalium aus den Zwischenschichten verloren haben. Diese Böden brauchen eine hohe Aufdüngung, um die Fixierung schnell zu beheben. Eine gewisse, meist unwesentliche Restfixierungskapazität verbleibt jedoch immer. Typische Standorte sind dunkle, schwere Aueböden in Flussniederungen, meist nach Wiesenumbruch. Wird nach Aufdüngung eine ausreichende Entzugsdüngung unterlassen, kann die Kaliumfixierung auch Jahre später wieder auftreten.

Wiesenumbruch vor über 20 Jahren, nach zu geringer K-Düngung zeigt sich wieder Mangel
Erkennungsmerkmale
- Absterbende Blattränder (Nekrosen) immer an den älteren Blättern, oft helle Blattfarbe, Blattfrüchte sind empfindlicher als Getreide
- Unruhiges Wuchsbild, Mangel tritt oft „nestweise“ auf
- Kalium im Boden einstellig, Magnesium zweistellig; z.B. 6 mg K2O, 22 mg MgO
- Starker Ertragseinbruch, Schmachtkorn, Lagerfrucht, krankheitsanfällige Pflanzen
Im zweiten Jahr nach einem Umbruch zeigt sich der K-Mangel extrem stark
Abhilfe
- Sonderuntersuchung auf Kaliumfixierung, Messergebnis liegt zwischen 0 und 100 mg K-Fix je 100 g Boden
- Aufdüngung mit 100 kg K2O je 10 mg K-Fix über drei Jahre. Beispiel: 50 mg K-Fix = 500 kg K2O ha-1 a-1 = 1500 kg K2O in drei Jahren; danach kann meistens auf Entzug weiter gedüngt werden. Gegebenfalls Untersuchung auf Kaliumfixierung wiederholen.
Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Peter Heintze
Zurück zur Übersicht
© 2012 K+S KALI GmbH - Bertha-von-Suttner-Str. 7 - 34131 Kassel - Tel.: +49 561 9301 0