Regionsanzeige

23. März 2010

Beratungsring Roßlau:
Datenpool aus 27.000 Schlägen

Seit 1993 wertet der Beratungsring Roßlau in Sachsen-Anhalt Schlagkarteien seiner Mitgliedsbetriebe aus. Die insgesamt einbezogene Fläche umfasst inzwischen 654.162 ha mit einer mittleren Schlaggröße von 24,06 ha. Der Hauptteil der Betriebe befindet sich im Bereich Dessau/Köthen.

 

Konkrete Beurteilung des einzelnen Schlages vor Ort nicht ersetzbar

Die Böden sind recht unterschiedlich. Die Bonitäten schwanken zwischen < 30 bis > 90 Bodenpunkten. Wie der verantwortliche Pflanzenbauberater, Dr.Volkmar Kiep, stets betont, könnten die Ergebnisse die konkrete Beurteilung des einzelnen Schlages vor Ort natürlich nicht ersetzen. Insgesamt sechs Kulturen mit dem größten Anbauanteil werden jeweils genauer betrachtet. Zur jährlichen Analyse gelangen Sorten, Termine, Düngung, Pflanzenschutz, Bodenbearbeitung und Ertragsplanung.

 

Schlagkartei – großer Datenumfang mit einzelnen Aufwendungen, erzielten Erträgen und Preisen

2009 haben sich z.B. 90 Betriebe beteiligt. Es erfolgt eine Gruppierung nach der Bodengüte (Bodenpunkte). Ob die Anwendung bestimmter pflanzenbaulicher Maßnahmen erfolgreich war oder nicht, lässt sich allein aus den Ergebnissen der Schlagkartei nicht immer sicher beantworten. Das liegt u.a. daran, dass bei einem Vergleich nicht alle anderen Produktionsfaktoren identisch sind. Um hier detailliertere Empfehlungen zu ermöglichen, wurden parallel z.B. Exaktversuche zu Pflanzenschutzmaßnahmen angelegt und ausgewertet. Künftig sollen zudem die Auswertungen mit Hilfe entsprechender „Filter“ verfeinert werden.

 

Ein sehr guter Überblick gelingt durch den großen Datenumfang bei den einzelnen Aufwendungen und den erzielten Erträgen sowie Preisen. Werden die Naturalerträge betrachtet, fällt die relativ große Streuung auf. Diese ist sogar auf den besseren Standorten und in den letzten beiden Jahren mit einem sehr hohen Ertragsniveau sehr ausgeprägt.

 

 

Streubreite der Naturalerträge 2008 und 2009

Schläge mit 70-90 Bodenpunkten

  Streuung in dt ha-1
Fruchtart / Jahr 2008 2009

Winterweizen

25-96

50-110

Wintergerste

24-95

44-91

Hybridroggen

37-90

78-98

Triticale

54-88

53-81

 Raps  23-53  32-62

 

Quelle: Kiep, V.

 

 

 

Wertvolle Ergebnisse von 1993 bis 2009 für verschiedene Fruchtarten

Die beeinflussbaren Ursachen dieser Schwankungen zu kennen, birgt sicher ein erhebliches Potential, um die Ergebnisse insgesamt zu verbessern. Besonders wertvoll sind Zahlen, die den gesamten Zeitraum von 1993 bis 2009 umfassen. Solche Auswertungen gibt es für verschiedene Fruchtarten für die prozesskostenfreie Leistung (PKFL). Diese beinhaltet den Erlös je ha abzüglich der Direkt- und Maschinenkosten. Dieser Wert ermöglicht die Bewertung einzelner Produktionsverfahren. Neben dem Ertrag und den jeweiligen Erzeugerpreisen beeinflussen die Direktkosten die PKFL sehr stark.

 

Gestiegene Preise für Düngemittel – ein Grund je kg Nährstoff möglichst hohe Leistung zu erzielen

Eine wichtige Position sind hier insbesondere die Kosten für Düngemittel. Gerade im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2008/09 waren die Aufwendungen aufgrund der gestiegenen Preise für Düngemittel im Vergleich zu den Vorjahren hoch. Das ist ein Grund für die Notwendigkeit, je kg Nährstoff eine möglichst hohe Leistung zu erzielen. Ein weiterer Grund ergibt sich aus den Vorgaben der Düngeverordnung und dem Stickstoffeinsatz; ab 2011 darf im 3jährigen Mittel nur noch ein positiver Bilanzsaldo von 60 kg N ha-1 verbleiben.

 

Relativer Aufwand an Dünger und Stickdtoff der 25% schlechtesten Schläge im Vergleich zu den 25% besten im Zeitraum 1993-2009

 

Ergebnisse der Ackerschlagkartei für Winterweizen und Winterraps

Winterweizen und Winterraps sind die Fruchtarten mit dem höchsten Anbauumfang. Aus den allgemeinen Ergebnissen der Ackerschlagkartei des Beratungsringes wurden deshalb für diese beiden Kulturen die Ergebnisse der mittleren und der besseren Böden (nach Bodenpunkten) ausgewählt. Den Zahlen liegen für den Zeitraum 1993-2009 ca. 213.000 ha Anbaufläche zugrunde. Über die einzelnen Aufwandspositionen hinaus werden in den Auswertungen die 25% besten und die 25% schlechtesten Schläge gruppiert. Vergleicht man beispielsweise den Stickstoffaufwand je dt Produkt, so reicht das bei den ausgewählten Schlägen beim Weizen von 2,2 bis 3,8 kg N dt-1 und beim Raps von 4,3 bis 8,6 kg N dt-1. Die Differenzen zwischen den Gruppen „+25%“ und „-25%“ in den PKFL sind erheblich. Sie betragen beim Weizen > 250 und beim Raps sogar > 500 € ha-1.

 

Welche Unterschiede gibt es beim Düngereinsatz?

Zur Verfügung stehen der N-Einsatz und der Gesamtaufwand an Dünger je ha. Setzt man den N-Düngeraufwand der 25% besten Schläge gleich 100% (Weizen 40-60: 188 kg; Weizen 60-90: 194 kg; Raps 30-50: 195 kg; Raps 50-70: 200 kg N ha-1) und vergleicht (Abb.) diesen mit dem auf den 25% schlechtesten Schlägen, so ergeben sich keine sehr großen Abweichungen. Im Durchschnitt wurde auf den schlechten Schlägen nur ca. 6% weniger N eingesetzt. Viel deutlicher sind dagegen die Abweichungen bei den Aufwendungen für Düngemittel insgesamt (100% = Weizen 40-60: 141 €; Weizen 60-90: 134 €; Raps 30-50: 179 €; Raps 50-70: 182 € ha-1). Auf den Schlägen mit den schlechtesten Ergebnissen ist der finanzielle Düngemittelaufwand um mehr als 30% im Vergleich zu den besten Schlägen niedriger.

 

FAZIT:

Ursache für niedrige Grunddüngung: Falsch verstandene Sparsamkeit

Man darf sicher davon ausgehen, dass die Ursachen nicht im „zu teuer“ eingekauften Stickstoff, sondern eher in einer (zu) niedrigen Grunddüngung/Kalkung zu finden sind. Insgesamt liegen hier vielleicht viele Beispiele falsch verstandener Sparsamkeit vor. Andere Auswertungen der Schlagkartei kommen auch immer häufiger zum Ergebnis, dass zusätzlich mit Phosphor und Kalium gedüngte Schläge höhere Erträge bringen. Das könnte ein Hinweis auf insgesamt schlechter werdende Bodengehalte bei diesen Nährstoffen sein.

 

Für den Beratungsring ergeben sich viele Ansatzpunkte, seine Mitgliedsbetriebe zu unterstützen. Vor diesem Hintergrund ist die Fülle an Daten aus den Schlagkarteien ein Schatz den man weiter hüten – und vor allem nutzen – sollte.

 

 

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Frey

 

 

Zurück zur Übersicht

Druckversion  |  Seitenanfang
Home  |  Impressum  |  Datenschutz  |  AGBs
© 2012 K+S KALI GmbH - Bertha-von-Suttner-Str. 7 - 34131 Kassel - Tel.: +49 561 9301 0
Suche
Suche
Ihre Berater

Bernd Frey

Bernd Frey

Telefon 03925 320783
Fax 03925 320784
Mobil 0176 12348353

bernd.frey@kali-gmbh.com


Frank Hertwig

Frank Hertwig

Telefon 030 40056643
Fax 030 40056779
Mobil 0176 12349332

frank.hertwig@kali-gmbh.com


Versuchsergebnisse

Düngungsversuche auf dem LimburgerhofNutzen Sie unser Wissen und unsere Erfahrung für Ihren Erfolg. mehr

Düngemittel-Broschüren

Broschüren der K+S KALI GmbHDüngemittel-Know How das Sie weiter bringt. Bestellen Sie Broschüren oder laden Sie sie als pdf-Dokument herunter. mehr