
10. August 2009
Fruchtfolgen mit Getreide und Raps dominieren den Ackerbau in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg. In erntereifen Beständen dieser Mähdruschfrüchte ist Kalium mit 60-80 % vom Gesamtgehalt hauptsächlich im Stroh enthalten. Stroh ist demnach nicht nur als Kohlenstofflieferant zur Reproduktion der organischen Substanz im Boden wichtig, sondern auch für die Kaliumversorgung bedeutsam.
Grundsätzlich ist das im Boden enthaltene Kalium sofort wirksam, weil es in der Pflanze keine feste Verbindung eingeht und somit nicht erst mineralisiert werden muss. Allerdings steht dem Vorteil der schnellen Verfügbarkeit ein möglicher Nachteil der Verlagerung in tiefere Schichten auf leichten Böden gegenüber. Die Gefahr besteht insbesondere dann, wenn zwischen Ausbringung und Aufnahme durch die Pflanze längere Zeiträume mit entsprechenden Niederschlägen liegen.
Unabhängig davon, ob das Stroh direkt durch den Mähdrescher auf dem Feld verteilt oder durch den Umweg über den Stall als Dung ausgebracht wird, geht man von allgemeinen Richtwerten für die enthaltenen Nährstoffe aus. Dabei wird häufig zu wenig differenziert. Für den Kaliumgehalt sind beispielsweise sowohl die Getreideart als auch die erfolgte Kaliumdüngung entscheidend.
Am Beispiel eines Kaliumdauerversuchs in Bernburg von 2004 bis 2008 (siehe Tabelle) wird deutlich, wie unterschiedlich die im Stroh enthaltenen Kaliummengen sein können. Die Unterschiede resultieren vor allem aus dem abweichenden Kaliumgehalt. Der Strohertrag wurde durch die Kaliumdüngung nur leicht erhöht. Wintergerstenstroh reagiert offensichtlich besonders deutlich auf eine Kaliumdüngung.
| Kaliumversuch Bernburg 2004-2008. Durchschnittliche Kaliummengen im Stroh in Abhängigkeit von Getreideart und Kaliumdüngung. | |||
|---|---|---|---|
| Düngung | K2O kg ha-1 | ||
| K2O kg ha-1 a-1 | Wintergerste | Winterweizen | Sommergerste |
|
0 |
86,7 |
106,9 |
61,2 |
|
50 |
121,6 |
117,7 |
69,1 |
|
100 |
120,4 |
117,8 |
71,0 |
|
150 |
127,7 |
124,6 |
76,1 |
Für eine gezielte Düngung – z.B. für die teilflächenspezifische Reaktion auf unterschiedliche Bodengehalte – ist der Einsatz von mineralischen Kalidüngern am sichersten. Die Nährstoffgehalte sind hier garantiert und Streueigenschaften sowie Ausbringmengen bekannt.

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