
21. September 2011
Die Ackerbaubetriebe kennen das Phänomen seit rund 20 Jahren: Werden Raps, Getreide, Zuckerrüben und Kohlpflanzen nicht mit Schwefel gedüngt, sind Schwefelmangelsymptome an Blättern, Blüten und Schoten vorprogrammiert. Ertragseinbußen von 60 % bei Raps und 30 % bei Weizen können die Folge sein.
Im Futterbausektor hingegen war lange die Auffassung anzutreffen, dass die mineralische Schwefeldüngung auf dem Dauergrünland, dem Ackergras oder Kleegras nicht so erforderlich sei, weil über organische, wirtschaftseigene Dünger ausreichende Schwefelmengen zugeführt würden.
Grundlegende Änderungen dieser Praxis ergaben sich erst nach den Erkenntnissen aus einem gemeinschaftlichen Feldversuchsprojekt (1997-99) unter der Leitung von Prof. Taube von der Universität Kiel. Auf drei verschiedenen Standorten konnten bei einem Stickstoffniveau von 300 kg N ha-1 a-1 mit einer mineralischen Schwefeldüngung von 25 kg S ha-1 als Sulfat Mehrerträge von 1,3 t ha-1 an TM erzielt werden. Dabei zeigte sich ebenfalls, dass die Varianten mit 25 m3 Rindergülle ohne Wirkung auf die Erträge blieben, wenn kein mineralischer Schwefel ergänzt wurde.
(Links) Bei hohem Stickstoffniveau traten ohne ausreichende Schwefelgaben akute Mangelsymptome in Verbindung mit Ertragseinbußen auf. (Rechts)Trotz einer Gülledüngung von 25 m3 ha-1 gab es in den Parzellen ohne Schwefeldüngung die gleichen Mangelerscheinungen wie in Abb. links.
Während seinerzeit die Ertragswirksamkeit der Sulfatdüngung noch zu 80 % aus dem zweiten und dritten Grünlandschnitt resultierte, ist wegen der lang anhaltenden Trockenphase im April und Mai 2011 insbesondere der erste Schnitt bei unterbliebener mineralischer Schwefeldüngung von Einbußen betroffen.
Wie auf den Abbildungen erkennbar, war dies bei einem Düngungsversuch der HaGe Kiel zu Kleegras deutlich zu sehen. Auf einem Standort des östlichen Hügellandes zeigte das Kleegras vor dem ersten Schnitt ein besonders gutes Wachstum und tiefgrüne Farbe bei allen Parzellen, die mit sulfathaltigen Düngemitteln abgestreut worden waren.
Besonders positive Ergebnisse brachte die Düngung mit Magnesia-Kainit®. Wie auch schon bei den Versuchen der Landwirtschaftskammer Schleswig – Holstein in den Jahren 2002 und 2003 zu Ackergras in Futterkamp hat sich wiederholt erwiesen, dass schnell aufnehmbares Magnesiumsulfat zu besten Ertragsergebnissen führt.
(Links) Anfang Mai waren die Bereiche im Kleegras ohne Schwefeldüngung wegen der Vergilbungen im Bestand beim ersten Aufwuchs weithin sichtbar. (Rechts) Die zusätzliche Sulfatdüngung über Magnesia-Kainit® führte im Versuch zu deutlich wüchsigerem Kleegras mit weit besseren Erträgen als die Vergleichsparzelle links daneben, die nur mit 120 kg N ha-1 als KAS gedüngt worden war.
Neben den positiven Effekten des Natriums und Magnesiums auf die Tiergesundheit kann Magnesia-Kainit® auch die Erträge von Kleegras und Ackergras mit Kalium und Schwefel nachhaltig verbessern.
600 kg Magnesia-Kainit® ha-1 vor Vegetationsbeginn haben sich als optimale Aufwandmenge auch in Verbindung mit organischer Düngung erwiesen.
Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Feger

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