
23. Februar 2011
Die Proteingehalte der Weizenernte 2008 und 2009 ließen im Norden vielfach zu wünschen übrig. Dies führte dazu, dass oft keine vermarktungsfähigen Partien für den Export von Qualitätsweizen zusammengestellt werden konnten. So lagen die Proteingehalte in den Landessortenversuchen sowie in der Praxis bei allen Qualitätsstufen z.T. deutlich unter den vom Handel geforderten 12 % für B-Weizen bzw. 13 % für A-Sorten. Obwohl in vielen Fällen keine Einbußen bei der Backqualität auftraten, bedeuteten zu niedrige Proteingehalte fast immer Abzüge für den Landwirt und monetäre Einbußen bei der Vermarktung.
Bei der Frage nach den Ursachen wurden sowohl Verdünnungseffekte bei hohen Kornerträgen als auch Höhe und Zeitpunkt der Stickstoff- (N) und Schwefel- (S) Düngung als Erklärung herangezogen.
Untersuchungen der Agrarfakultäten Kiel und Gießen hatten in zurückliegenden Jahren gezeigt, dass gesteigerte Schwefelgaben zu Winterweizen zumindest eine Verbesserung der Backqualität bewirken konnten, wenn auch die Proteingehalte unverändert blieben.
Ein exakter Feldversuch sollte daher auf dem Versuchsfeld der Fachhochschule Rendsburg Antworten auf die Frage geben, in wieweit Ertrag und Qualitätsparameter zweier unterschiedlicher Weizensorten mit gesteigerter und geteilter Schwefelgabe beeinflusst werden können. Sowohl die B-Weizensorte „Inspiration“ als auch die E-Weizensorte „Akteur“ wurden mit jeweils 20, 40 und 2 x 20 kg Schwefel ha-1 als KALISOP gedüngt. In den Kontrollparzellen und der Variante 20 kg S ha-1 erfolgte eine Ausgleichsdüngung mit Kaliumchlorid. Die erste Schwefeldüngung wurde am 22. März 2010 vorgenommen. Die zweite Gabe war am 4. Juni 2010 in der Düngungsstufe 4 mit der Überlegung gestreut worden, die Ausnutzung des gedüngten Stickstoffs zu verbessern, welcher mit 200 kg N ha-1 als Kalkammonsalpeter (KAS) nicht zu hoch angesetzt war.
Anfang Mai war in allen Kontrollparzellen akuter Schwefelmangel an beiden Weizensorten zu erkennen. (Foto: K+S KALI GmbH)
Ab Mitte April entwickelte sich in den Kontrollparzellen beider Weizensorten ein solch eklatanter Schwefelmangel (Bild 1), dass die Parzellen bereits aus größerer Entfernung zu erkennen waren. Begleitende Pflanzenanalysen ergaben dort Gehalte von 2,0 g S kg-1 TS und weniger. Mit 3,3 g S lagen die gedüngten Varianten über dem gewünschten Mindestwert von 3,0 g S kg-1 TS. Die typischen Symptome, wie Vergilbung der mittleren und jüngeren Blätter, ließen sich mehr oder weniger bis zur Hitzephase im Juli erkennen. Vor der Ernte zeigten sich in den Kontrollparzellen stark reduzierte Bestände und ausgeprägtes Lager.
Typische Zeichen des Schwefelmangels bei Weizen: Ältere Blätter bleiben grün; jüngere und mittlere Blätter verfärben sich hellgelb. (Foto: K+S KALI GmbH)
Die Ergebnisse der Erträge und der Proteingehalte sind in der unten abgebildeten Tabelle zusammengestellt. Fehlendes Wasser auf dem leichteren Standort hat die Kornausbildung in Verbindung mit der großen Hitze beeinträchtigt, so dass das normale Ertragsniveau nicht erreicht wurde. Dennoch ist festzustellen, dass die Schwefeldüngung unabhängig von der Höhe oder Aufteilung ca. 2 t ha-1 mehr Weizen gebracht hat als die ungedüngte Kontrolle. Beim Proteingehalt ergibt sich ein differenziertes Bild: Während die Sorte „Inspiration“ keine absicherbaren Reaktionen auf die Schwefeldüngung zeigt, kann die Sorte „Akteur“ mit höheren Proteingehalten bei gesteigerter Schwefeldüngung aufwarten. Weitergehende Untersuchungen des Erntematerials sind im Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Uni Kiel bereits angelaufen.
Quelle: Fachhochschule Rendsburg, Ostenfeld 2010.
Nach dem ersten Versuchsjahr hat sich im Hinblick auf das Ertragsgeschehen bestätigt, dass 20 kg S ha-1 zu Vegetationsbeginn ausreichen, um Getreide optimal mit Schwefel zu versorgen.
Beim Einfluss einer höheren und geteilten Schwefelgabe auf den Proteingehalt zeigt der E-Weizen „Akteur“ eine erkennbare Reaktion, die allerdings eine Folge des extremen Witterungsverlaufes des Jahres 2010 sein könnte.
Sollten sich diese Ergebnisse in den kommenden Jahren bestätigen, ist die Düngung mit ESTA® Kieserit gran. und einer EPSO Combitop® Blattapplikation besonders geeignet, die Schwefeldüngung bezüglich der Aufwandmenge, des Düngungszeitpunktes und der Wirksamkeit optimal zu organisieren.
Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Feger

| Telefon | 04344 415433 |
| Fax | 04344 410677 |
| Mobil | 0176 12348345 |

| Telefon | 038853 33843 |
| Fax | 038853 33854 |
| Mobil | 0176 12348357 |
Nutzen Sie unser Wissen und unsere Erfahrung für Ihren Erfolg. mehr
Düngemittel-Know How das Sie weiter bringt. Bestellen Sie Broschüren oder laden Sie sie als pdf-Dokument herunter. mehr