
8. Juni 2010
Aufgrund schwacher Verfügbarkeit von Nährstoffen, besonders organischer Art, leiden viele Getreidebestände de facto seit Vegetationsbeginn unter dem Mangel an Mineralien. In unserer Region hat es besonders die Wintergerste getroffen, deren Bestandesdichte zu wünschen übrig lässt. Oftmals hat man sich zum Ende des Winters zu sehr auf die organische Düngung verlassen, im Lichte kalter und trockener Bedingungen wäre eine zeitig ausgebrachte mineralische Kombination sicher förderlich für die Ertragsbildung gewesen. Da EC 32 bereits überschritten ist, besteht jetzt zusätzlich die Gefahr der Reduktion von Ährchenanlagen.
Ein Feldversuch zur Ermittlung optimaler Kali-Gaben zeigt auf einem leichten Standort in Hopsten mit 25 m² S-Gülle über alle Varianten und einer Kaliumversorgung in Stufe C optisch eindeutig die differenzierte Entwicklung auf:
Auf dem Bild sind die verschiedenen Düngevarianten hinsichtlich Bestandesdichte, Wuchslänge und Chlorophyllbildung gut voneinander zu unterscheiden. Trotz einer Bodenversorgung beim Magnesium in Stufe D fällt 60er Kali gegenüber Korn-Kali in seiner Wirkung stark ab. Auch hier wird wiederum deutlich, dass Kalium aufgrund antagonistischer Wirkungen im 60er Kali seine Ertragsfunktion im Vergleich zum Korn-Kali weniger gut wahrnehmen kann. Die Variante ohne Kalium, aber mit Blattdüngung in Form von EPSO Combitop fällt zwar gegenüber der hohen Kali-Gabe ab, präsentiert sich aber deutlich besser als die Kontrolle. Diese Beobachtung kann der Betriebsleiter noch heute umsetzen, indem er die Ährenbehandlung mit einer EPSO-Blattdüngung kombiniert.
Gut ernährte Pflanzen sind toleranter gegen pilzliche Krankheitserreger. Dieses zeigen Getreidebestände beim Mehltau-Befall wie auch beim Besatz mit den PLS-Flecken. Der Anteil PLS auf den oberen 3 Blättern bleibt trotz vorangegangener Pflanzenschutzmaßnahme hoch. Erst nach Anwendung von Korn-Kali zu Winterbeginn sinkt der Befall maßgeblich. Die konkreten Boniturergebnisse sind in folgender Grafik wiedergegeben:
Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Elfrich

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