
31. März 2011
Aufgehellte Getreidebestände mit absterbenden Blättern sind auf unseren Feldern häufig vertreten. Auf besseren Böden sind auch Pflanzen mit strichelförmigen gelbhellgrünen Aufhellungen an jüngeren Blättern zu finden, hier handelt es sich um Gelbmosaikvirus Typ II, der durch Bodenpilze übertragen wird. Im Lichte anhaltender Trockenheit und im Winter hochgefrorener Böden trifft man nicht nur auf leichten sondern auch auf tonigen Standorten auf Manganmangel. Vor Winter hat die Manganversorgung unserer Getreidebestände kaum stattgefunden. Angesichts gehäufter Starkregenereignisse vor Jahresfrist sind jedoch auch andere Nährstoffe wie Magnesium, Schwefel und Bor in für die schwachen Pflanzenwurzeln unerreichbaren Schichten verlagert. In diesem Jahr waren Defizite bei Mangan und Schwefel fast zeitgleich mit Vegetationsbeginn an den Pflanzen zu erkennen.
In vielen Situationen wird ein Mangel an Spurennährstoffen bei scheinbar ausreichenden Gehalten im Boden durch mangelnde Pflanzenverfügbarkeit hervorgerufen. In solchen Fällen kommt der Vorteil von Blattdüngungsmaßnahmen besonders zum Tragen, da die Nährstoffe nicht über das System „Boden-Wurzel“, sondern direkt über die Blätter aufgenommen werden und so Mangel schnell beheben können. Eine preislich günstige und sehr pflanzenverträgliche Maßnahme stellt die Blattdüngung mit EPSO Combitop® dar. Mit 13 % Magnesium, 13 % Schwefel, 4 % Mangan und 1 % Zink ist dieses Produkt hinsichtlich Nährstoffaufnahme, Ausfärbung und nachfolgender Ertragswirkung als sicher zu beurteilen. Eingesetzt werden in der Regel 10 kg ha-1. Selbst zur Applikation bei niedrigen Temperaturen ausgangs des Winters ist schon nach wenigen Tagen ein Unterschied zum Spritzfenster ohne Anwendung sichtbar. Im weiteren Vegetationsablauf gibt es in Abhängigkeit von auftretenden Mängeln Möglichkeiten der Kombination von in Wasser gelösten Blattdüngern, z.B. EPSO Combitop® in Kombination mit weiteren Blattdüngern und Wachstumsreglern, Fungiziden oder Insektiziden.
Feldversuch Hopsten mit Korn-Kali® und EPSO Combitop® (Foto: K+S KALI GmbH)
In NRW sind 93 % aller Böden beim Mikronährstoff Bor in den Stufen A-C angesiedelt, also eher unterversorgt. Daher wird zunehmend auch über die Borbedürftigkeit des Getreides diskutiert. Rhizoctonia und Halmbruch z.B. können in ihrer Ausprägung durch Bor und auch durch Kalium eingedämmt werden, weil diese Nährstoffe Zellwände und damit die Halmbasis stabilisieren. Auf EPSO-Basis kann mit Blick auf die Borversorgung das EPSO Microtop® (15 % MgO, 12 % S, 0,9 % B, 1 % Mn) eingesetzt werden. Während im Vegetationsverlauf unter den Mikronährstoffen Mangan eher früh als Mangelfaktor auftritt, so ist Bor besonders in Trockenphasen zum Getreide tendenziell später (ab EC 32) zu applizieren. So tritt man der bei Trockenheit möglichen Pollensterilität im Getreide entgegen. Zu Weizen und Gerste sollte die zugeführte Menge auf 100 g B ha-1 (ca. 10 kg EPSO Microtop® ha-1) beschränkt werden. Mit Blick auf den Gehalt an Magnesium und Schwefel wird so auch das hl-Gewicht des Erntegutes deutlich gefördert.
Boraufnahme und EPSO-Anwendung im Winterweizen (Abbildung: K+S KALI GmbH)
Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Elfrich

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