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Tabak

Tabakanbau

Kalium für beste Tabakqualität

Magnesium und Schwefel für sichere Erträge und gesunde Blätter

Düngeempfehlungen

 

Tabakanbau

Tabak zählt zu den wichtigsten Nutzpflanzen weltweit und wird in rund 120 Ländern angebaut. Die bevorzugten Anbaugebiete liegen in den wärmeren Regionen der gemäßigten Zone sowie in den Subtropen. Neben den traditionellen Verwendungsrichtungen Rauch-, Kau- und Schnupftabak wird Tabak auch zur Herstellung von Parfüm eingesetzt. Die Verwendungsmöglichkeiten von Tabak könnten sich in den nächsten Jahren noch erheblich verändern, da die Pflanze Tabak sehr leicht genetisch verändert werden kann.

 

So steigt das Interesse der Wissenschaftler an der Tabakpflanze in Hinsicht des „Molekular Pharmings“ (-> Herstellung von Impfstoffen) und der Bodensanierung (Beseitigung von TNT- und Schwermetalllasten).

 

Die Tabak-Anbaufläche in Deutschland beträgt etwa 4700 ha, in Österreich sind es ca. 120 ha. In Deutschland sind vorwiegend die Tabaksorten Virginia, Burley und dunkle Sorten im Anbau. In den vergangenen Jahren hat sich vor allem die Qualität der dunklen Tabaksorten erheblich verbessert, so dass diese mittlerweile exportiert werden.

 

Tabak besitzt einen hohen wirtschaftlichen Wert, seine Produktion ist jedoch sehr kostenintensiv. Pro ha müssen etwa 1000 Stunden Handarbeit aufgewendet werden. Für eine lohnende Produktion muss das Pflanzenwachstum deshalb über eine ausgeglichene, an Ertrag und Qualität orientierte Düngung gesteuert werden.

 

Die Vegetationsperiode bei Tabak beträgt 60 bis 150 Tage. In dieser Zeit weisen die Pflanzen einen sehr hohen Nährstoffbedarf auf, um ihr starkes Wachstum und die Blattmassebildung gewährleisten zu können. Eine einseitig hohe Stickstoffdüngung wirkt sich nachteilig auf die Abreife, die Brandeigenschaften und den Duft des Tabaks aus. Neben Stickstoff und Kalzium benötigt die Tabakpflanze dann vor allem Kalium. Die Kaliumgehalte in getrockneten Blättern sollten zwischen 3 und 6 % liegen, unterhalb von 3 % kommt es zu Mangelsymptomen.

 

Tabak gehört zu chloridempfindlichen Kulturen. Ein hoher Chloridgehalt in den Blättern wirkt sich negativ auf die Qualität aus. So kommt es zu einer unausgewogenen Blattausfärbung; Geruch, Aroma und Brenneigenschaften des Tabaks verschlechtern sich. Weiterhin können Lagerungs- und Fermentationsproblemen auftreten. Daher sollte Kalium unbedingt in sulfatischer Form gedüngt werden.

 

Nährstoffentzüge durch 2000 kg getrocknete Blätter pro Hektar 
(Hawks and Collins, 1983)

 

N
(kg ha-1)

P2O5 
(kg ha-1)
K2O
(kg ha-1)
MgO
(kg ha-1)
S
(kg ha-1)
CaO
(kg ha-1)

78

31 108 41 20 86

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Kalium für beste Tabakqualität

Kalium beeinflusst maßgeblich neben dem Ertrag auch wesentlich die Qualität des Tabaks.

  • Im Vegetationsverlauf werden bei einem Ertrag von 2 t ha-1 etwa 110 kg 
    K2O ha-1 aufgenommen.
  • Kalium fördert die Photosyntheseleistung, was zu einer vermehrten Substanz- und Kohlenhydratbildung führt. So werden Ertrag (Anzahl Blätter pro Pflanze) und Qualität nachhaltig positiv beeinflusst.
  • Die Tabakqualität wird bestimmt durch den Zucker- und Nikotingehalt in den Blättern, sowie durch das Zucker/Nikotinverhältnis. Mit zunehmendem Kaliumgehalt in den Blättern steigt auch der Zuckergehalt in den Blättern an, während der Nikotingehalt sinkt. Dadurch kommt es zu einer Erhöhung des Zucker/Nikotinverhältnisses, das bei 10:1 als optimal angesehen wird.
  • Kalium stärkt die Widerstandskraft der Pflanze gegenüber Krankheiten, Schädlingen und Frost.
  • Tabak gehört zu den chloridempfindlichen Kulturen. Daher sollte Kalium in sulfatischer Form (K2SO4) angewendet werden. Dies wirkt sich positiv auf die Qualität des verarbeiteten Tabaks aus.

 

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Magnesium und Schwefel für sichere Erträge und gesunde Blätter

Magnesium

  • Magnesium ist als zentraler Bestandteil des Blattgrüns essentiell für die Photosynthese der Pflanzen. Eine ausreichende Mg-Versorgung sichert die Biomassebildung und garantiert höchste Erträge.
  • Magnesium verbessert die Ausfärbung der Tabakblätter, wodurch eine optimale Verarbeitungsqualität erreicht wird.
  • Magnesium erhöht die Krankheitsresistenz der Pflanzen, vor allem gegen Viruserkrankungen.
  • Magnesium verbessert die Brenneigenschaften von Rauchtabaken.

 

Schwefel

  • Der Schwefelgehalt in Tabakblättern liegt zwischen 0,15 und 0,65 % der Trockenmasse, wobei der untere Wert nicht unterschritten werden sollte.
  • Schwefel beeinflusst positiv die Stickstoff-Effizienz der Pflanze. Durch eine optimale Verwertung des Stickstoffs im pflanzlichen Stoffwechsel wird die Blattqualität verbessert, u.a. durch eine gleichmäßige Abreife.

 

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Düngeempfehlungen

Unsere Düngeempfehlungen richten sich nach der Sorte des Tabaks und der Aufbereitungsmethode.

 

Tabaksorte

Kaliumsulfat
(kg ha-1)

ESTA Kieserit
(kg ha-1)

Heissluft-Trocknung

200–360

85–113 

Burley Tabak

320–600

102–141

Dunkle Tabaksorten

300–700

140–225

Orientalische Tabaksorten

80–150

7–10  

 

Kaliumsulfat fein  
Kaliumsulfat gran.
ESTA® Kieserit fein
ESTA® Kieserit gran.
Patentkali®

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