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Zuckerrübe

Die Zuckerrübe hat höchste Nährstoffansprüche

Kalium – die Voraussetzung für hohe Zuckerrübenerträge

Kalium verbessert die Qualität von Zuckerrüben

Hoher Zuckerertrag durch Nährstoffe im ausgewogenen Verhältnis

Düngeempfehlungen für Zuckerrüben

Video zur Nährstoffversorgung bei Zuckerrüben

 

Die Zuckerrübe hat höchste Nährstoffansprüche

Zuckerrüben werden in erster Linie zur Zuckerproduktion angebaut. Daneben gibt es weitere Entwicklungen im Bioenergiesektor wie Ethanol, Biogas oder auch Biokunststoff, die in Zukunft Potential für neue Verwertungsrichtungen der Zuckerrübe bieten können. Die nachhaltige Produktion des qualitativ hochwertigen Rohstoffs Zuckerrübe erfordert eine ausgefeilte Anbautechnik und den ökonomisch wie ökologisch optimalen Einsatz von Betriebsmitteln.
 
Innerhalb der Fruchtfolge stellt die Zuckerrübe die höchsten Ansprüche an die Nährstoffversorgung. Dabei spielen nicht nur die Hauptnährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K), Magnesium (Mg) und Schwefel (S) eine wesentliche Rolle, sondern auch Spurenelemente, wie Bor (B) und Mangan (Mn).

 

Der Anbau von Zuckerrüben bringt viele positive Effekte mit sich. Die Zuckerrübe lockert intensive Getreidefruchtfolgen auf, steigert die Bodenfruchtbarkeit und trägt zu einer vielfältigen Bodenbewirtschaftung bei.

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Kalium – die Voraussetzung für hohe Zuckerrübenerträge

  • Mit einer Kaliumaufnahme von 450-600 kg K2O ha-1 ist Kalium mengenmäßig der wichtigste Nährstoff im Zuckerrübenanbau.
  • Die größeren Kaliummengenanteile befinden sich dabei in der physiologisch aktiven grünen Blattmasse, der Kaliumgehalt im Speicherorgan Rübe ist dagegen deutlich geringer.
  • Kalium ist bekannt für seine positiven Effekte auf die Ertragsbildung und die Höhe des Zuckergehaltes.
  • Kalium fördert die Photosyntheseleistung, dies führt zu einer vermehrten Stoffbildung im Kohlenhydratstoffwechsel (Saccharosebildung). Des Weiteren wird die Ableitung der Assimilate und deren Einbau in den Rübenkörper begünstigt.
  • Kalium stärkt die Pflanze gegenüber Krankheiten, wodurch ihre Leistungsfähigkeit erhalten bleibt.
  • Unzureichende Kaliumgehalte im Boden gefährden die Bodenfruchtbarkeit und wirken sich negativ auf den Ertrag und den Zuckergehalt aus.

 

Zahlreiche Ergebnisse aus umfangreichen Feldversuchen zeigen die deutlich ausgeprägte Ertragswirkung der Kaliumdüngung zu Zuckerrüben – auch bei hoher Kaliumversorgung des Bodens.

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Kalium verbessert die Qualität von Zuckerrüben

  • Der wichtigste Qualitätsfaktor von Zuckerrüben ist deren Zuckergehalt. Kalium beeinflusst diesen wegen seiner spezifischen physio­logischen Wirkungen bei der Zuckerbildung, -ableitung und -speicherung positiv.
  • In Versuchen konnte durch eine optimale Kaliumdüngung eine Erhöhung des Zuckergehaltes von 0,5-1,0 % Polarisation gemessen werden (Auszahlungspreise je t Rübe steigt).
  • Kalium und Natrium (Na) beeinflussen die Alkalität des Zuckerrohsaftes. Eine Mindestalkalität des Rohsaftes ist für die Zuckergewinnung nötig.
  • In einigen Regionen wird zusätzlich eine Qualitätsprämie über den Standard­melasseverlust (SMV) festgelegt. Der Standardmelasseverlust wird hinsichtlich der Düngung hauptsächlich über den Gehalt an α-Amino-Stickstoffgehalte bestimmt.
  • Nach Einführung der Qualitätsberechnungsformel zur Berechnung der Zucker­ausbeute hat die Kaliumdüngung kaum noch einen Einfluss auf den Standard­melasse­verlust, da leicht steigende Kaliumgehalte in den Rüben durch sinkende α-Amino-Stickstoffgehalte überkompensiert werden. Der Standard­melasse­verlust bleibt daher weitgehend unverändert.
  • Eine optimale Kaliumversorgung verbessert die Stickstoffeffizienz der Zuckerrübe.

 

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Hoher Zuckerertrag durch Nährstoffe im ausgewogenen Verhältnis

Zur Sicherung eines hohen Zuckerertrages benötigt die Zuckerrübe neben Kalium und Stickstoff auch die Nährstoffe Magnesium, Natrium, Schwefel, Bor und Mangan in einem ausgewogenen Verhältnis.

  • Magnesium wirkt vor allem positiv auf den Ertrag, da es zum einen die Assimila­tions­leistung der Rübenblätter lange aufrecht erhält und zum anderen den Citronen­säure­zyklus bei der Zellatmung und damit den Aufbau wichtiger Pflanzen­inhalts­stoffe (Proteine, Fette, Kohlenhydrate) reguliert.
  • Eine ausreichende Natriumversorgung verbessert die Wasserausnutzung und  kann Kaliummangel während Trockenperioden teilweise überbrücken. Versuchsergebnisse zeigen Ertragssteigerungen von 300-600 kg Zucker ha-1 durch Natriumgaben von 20-40 kg ha-1.
  • Eine gute Schwefelversorgung begünstigt die Zuckerqualität durch Verminderung des α-Amino-Stickstoffgehaltes. Schwefelmangel erhöht den Standard­melasse­verlust.
  • Bor ist zur Zellgewebeausbildung und zur Produktion von Inhaltsstoffen (z.B. Zucker) wichtig. Bormangel führt zur Herz- und Trockenfäule und somit zu erheblichen Ertragsausfällen.
  • Mangan hat ähnliche Stoffwechselfunktionen wie Magnesium. Es beeinflusst den Ertrag positiv z.B. durch die verbesserte Assimilation der Rübenblätter im Vegetations­verlauf.

 

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Düngeempfehlungen für Zuckerrüben

Ziel der Düngung ist es, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, um langfristig das natürliche Ertragspotential ausschöpfen zu können. Dazu muss ein optimaler Nährstoffgehalt im Boden erhalten werden (in Deutschland Bodengehaltsklasse „C“), d.h. mit dem Erntegut abgefahrene Nährstoffe müssen durch Düngung ersetzt werden. Zuzüglich zum Nährstoffentzug kommen Zuschläge für standortspezifische Verluste (beispielsweise durch Auswaschung) und zum Ausgleich früherer Defizite.
 
Der Gesamtentzug eines Pflanzenbestandes ergibt sich aus dem Nährstoffentzug durch Abfuhr des Haupternteproduktes (z.B. Korn, Knolle, Rübe) und des Ernterestes (z.B. Stroh, Kraut, Blatt). Verbleiben die Erntereste auf der Fläche, so muss nur der Nährstoffentzug durch das Haupternteprodukt ersetzt werden.

 

Empfehlungen zur Bodendüngung

 

Gesamtentzug (inkl. Ernte­rück­stände) Entzug durch Haupternte­produkt Düngungsempfehlung für Nährstoffentzüge
bei optimaler Nährstoff-Bodengehaltsklasse pro Hektar
    Gesamtentzug durch Haupternteprodukt
(kg ha-1)
K2O / MgO / S
(kg ha-1)
K2O / MgO / S
Kalium Magnesium Kalium Magnesium
Zuckerrübe
(bei 65 t Ertrag)
460 / 100 / 20 160 / 50 / 10 1150 kg Korn-Kali® 400 kg ESTA® Kieserit 400 kg Korn-Kali® 200 kg ESTA® Kieserit
    Korn-Kali ESTA Kieserit Korn-Kali ESTA Kieserit

 

 

Empfehlungen zur Blattdüngung

  • Zur Deckung des Spitzenbedarfs und zur Bekämpfung latenten Magnesium- und Schwefelmangels werden 15-25 kg EPSO Top® ha-1 in 5 %iger Lösung empfohlen. Bei starkem Mangel oder sichtbaren Mangelsymptomen kann die Aufwandmenge bis zu 50 kg ha-1, aufgesplittet in zwei bis vier Teilapplikationen, erhöht werden. 

    EPSO Top®

  • Eine 5 %ige Lösung mit EPSO Microtop® kann zwischen Reihenschluss und Ende Juli/Anfang August (mit der Fungizidmaßnahme) ausgebracht werden, um zusätzlich den Bor- bzw. den Manganbedarf der Zuckerrübe sicherzustellen. 

    EPSO Microtop®

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Video zur Nährstoffversorgung bei Zuckerrüben

Nährstoffversorgung bei Zuckerrüben – Mehr Ertrag und optimale Qualität im nachhaltigen Zuckerrübenanbau

Die nachhaltige Produktion des qualitativ hochwertigen Rohstoffs Zuckerrübe – ob für Quotenzucker, Industriezucker, Bioethanol oder Biogas – erfordert eine bedarfsgerechte ausgewogene Nährstoffversorgung der Pflanze. Der Nährstoff Kalium (K) ist im Zuckerrübenanbau für seine positiven Effekte auf die Ertragsbildung und die Höhe des Zuckergehaltes bekannt. Aber auch die Hauptnährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P), Magnesium (Mg), Kalk, Natrium (Na) und Schwefel (S) sowie die Spurenelemente Bor und Mangan spielen eine wesentliche Rolle in der Optimierung von Ertrag und Qualität im Zuckerrübenanbau.

Hören und sehen Sie, was unser Fachberater zur Ausbildung hervorragender Zuckerrübenbestände und -erträge empfiehlt.

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