Fragen & Antworten

 

Warum ist eine Haldenerweiterung am Standort Wintershall notwendig?

Im Rahmen der Erarbeitung der Antragsunterlagen für das Genehmigungsverfahren wurden verschiedene Standortvarianten geprüft. Dabei ging die Südosterweiterung als Vorzugsvariante hervor als Vorzugsvariante hervor, da sie mit einer geringeren Beeinflussung der Schutzgüter einhergeht. Eine abschließende Beurteilung erfolgt im bergrechtlichen Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung und integriertem Zielabweichungsverfahren.

 

 

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Wie ist der Fahrplan zu Realisierung nach der Genehmigung?

Die Flächenvorbereitung erfolgt in vier Teilabschnitten. Die Beschüttungsphasen werden in Jahresscheiben aufgeteilt und nacheinander zur Beschüttung vorbereitet. Zunächst wird die für das jeweilige Jahr benötigte Fläche gerodet und zugleich nicht mehr benötigte oder zu ersetzende Infrastruktureinrichtungen entfernt. Der Oberboden wird abgetragen und der natürlich anstehende Untergrund als Auflager für die mineralische Dichtungsschicht genutzt. Das Haldenwasser fließt, der Geländemorphologie folgend, auf der Basisdichtung dem Taltiefsten zu, wird gefasst, aus dem Haldenkörper geleitete und der Hauptentwässerung zugeführt.

 

Bei der Aufschüttung der Halde kommt ein gegenüber der bisherigen Vorgehensweise optimiertes Flankenschüttverfahren zum Einsatz. Dabei wird die Halde in zwei Lagen aufgebaut und der Rückstand über die Böschungen abgelagert (‚beschickt‘).

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Warum geht es nach mehr als 100 Jahren Kalibergbau immer noch nicht ohne Halden?

Es gibt keinen Kali-Bergbau ohne Rückstand. Etwa 70% des in Deutschland untertägig gewonnenen Rohsalzes sind von vornherein nicht nutzbar und fallen als Verarbeitungsrückstand in fester und flüssiger Form an, wobei die technischen Möglichkeiten der wirtschaftlichen Rohsalzgewinnung und Verarbeitung entsprechend dem Stand der Technik ausgeschöpft sind. Es werden vier Entsorgungswege für die festen bzw. flüssigen Rückstände der Kaliproduktion genutzt. Sie bilden, in unterschiedlichen Kombinationen, weltweit den Stand der Technik: Aufhaldung, (Spül)-Versatz, Einleitung und Versenkung.

 

Entsorgungsalternativen und Verminderungsmaßnahmen für den Rückstandsanfall wurden im Genehmigungsverfahren auf technische Umsetzbarkeit, Genehmigungsfähigkeit, ökologische Sinnhaftigkeit und wirtschaftliche Machbarkeit geprüft. Die im Rahmen der Umweltverträglichkeitsstudie dargelegte Alternativenprüfung zeigt, dass es keine Alternative hinsichtlich der Rohsalzaufbereitung und Entsorgung von Rückständen gibt. Maßnahmen zur Verminderung und Vermeidung von Auswirkungen auf die Umwelt werden nach heutigem Stand der Technik voll ausgeschöpft. Eine weitere Verwertung der Rückstände ist derzeit technisch nicht möglich, ökologisch nicht nachhaltig und wirtschaftlich nicht sinnvoll.

 

Was wir vermeiden können, wird vermieden.

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Ist der Versatz der festen Produktionsrückstände in die Grube eine Alternative zur Haldenerweiterung?

K+S betreibt seit vielen Jahren Versatz und schneidet im Vergleich der weltweiten Kaliproduzenten beim untertägigen Sofortversatz, d.h. dem Einbringen von wertstoffarmen Salzmengen, die aus Auffahrungen in nicht verwertbarem Salzgestein stammen, sehr gut ab .

 

Die Möglichkeiten des Versatzes sind jedoch durch technische und bergbauliche Faktoren beschränkt (v.a. Bergbautechnik, Physik, Sicherheit, Transport und Bewetterung, Geologie). Außerdem sind wirtschaftliche Aspekte zu beachten.

Komplettversatz ist daher, bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Unterbreizbach), nicht möglich.

Teilversatz ist unter Berücksichtigung aller Aspekte nicht sinnvoll:

  • Aufhaldung mit den zugehörigen Umweltauswirkungen bleibt weiterhin erforderlich (Flächeninanspruchnahme, Entstehung von Haldenwasser)
  • hohe Kosten
  • potenzielle Risiken bzgl. Bergsicherheit

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Welche Maßnahmen zur Verminderung bzw. Vermeidung von Produktionsrückständen und Haldenwässern berücksichtigt K+S?

Im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung wurde geprüft, ob Rückstand vermieden werden kann oder ob mögliche Verwertungsalternativen in verschiedenen Bereichen des Produktionsprozesses existieren.

 

Mit der vollständigen Umsetzung bereits geplanter Maßnahmen hat K+S alle Möglichkeiten zur Verminderung und Vermeidung von Auswirkungen der Produktion auf die Umwelt nach heutigem Stand der Technik voll ausgeschöpft. Was wir vermeiden können, wird vermieden.

 

Zudem wurden alternative Entsorgungswege umfassend geprüft, wobei neben der technischen Machbarkeit, der Wirtschaftlichkeit, dem Marktpotential und den Umweltauswirkungen auch Betrachtungen zur Ökobilanz berücksichtigt wurden. Daraus kann Folgendes geschlussfolgert werden: Die Qualitätsanforderungen an Auftausalz schließen eine umfangreichere Nutzung von Produktionsrückstand für den Winterdienst aus. Möglichkeiten zur Verringerung der flüssigen Rückstände wie Eindampfung oder Entsalzung liefern aus energetischer und ökologischer Sicht keinen sinnvollen Beitrag bzw. sind technisch nicht machbar. Eine Auflösung des Rückstands steht im Widerspruch zur bisherigen Entwicklung, den Salzwasseranfall bei der Kalirohsalzaufbereitung möglichst gering zu halten und somit auch im Widerspruch zum anerkannten Stand der Technik in der Kalirohsalzaufbereitung.

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Wie soll die Entsorgung der mit einer Erweiterung verbundenen wachsenden Menge salzhaltiger Haldenwässer organisiert werden? Welche Maßnahmen werden unternommen, um deren Aufkommen zu reduzieren?

Aktuell ist die Entsorgung der Haldenwässer über wasserrechtliche Erlaubnisse geregelt und langfristig über überregionale Entsorgungskonzepte abzusichern. Für die Zukunft hat K+S einen Vier-Phasen-Plan aufgestellt, der die langfristige Entsorgung bis nach Einstellung des Betriebes regelt. Dafür werden die anfallenden Haldenwassermengen über eine Haldenwasserprognose abgeschätzt. 

 

Durch die Gestaltung einer kompakten Form, d.h. eines günstigen Verhältnisses der Grundfläche der Halde zu deren Oberfläche, wird der Anfall von Haldenwasser möglichst gering gehalten. Es ist geplant, die Halde in Zukunft abzudecken und zu begrünen, um das Haldenwasser weiter zu reduzieren. Derzeit werden unterschiedliche Varianten für eine Oberflächenabdichtung mit Hilfe von Feldversuchen geprüft.

 

Hier gibt es mehr Informationen zum Thema Kalibergbau und Gewässerschutz. 

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Angeblich plant ein Bergwerksbetreiber in Spanien, alte Rückstandshalden aus der Kaliproduktion für die Herstellung von Salzprodukten aufzuarbeiten. Entspricht dies den Tatsachen und wäre das auch eine Option für K+S?

Iberpotash plant die Verarbeitung von Rückstandssalzen zu Industriesalzen in Suria. Hierzu ist vorgesehen, eine Siedesalzanlage mit einer Kapazität von 750.000 t/a (99,7 % NaCl) zu errichten. Die Saline ist Teil eines Projektes zur Kapazitätsverdopplung der Kaliproduktion am Standort Suria mit einem Investitionsvolumen von zunächst ca. 200 Mio. € (Phase 1). Die Saline soll für die geplante Kapazitätserhöhung die Rückstandsentsorgung bei begrenzter Aufhaldung ermöglichen. Iberpotash wird zukünftig, neben der Verarbeitung eines Teils der Rückstände in der neuen Saline, auch weiterhin feste Rückstände aufhalden und Salzabwässer entsorgen müssen. Es wird dort also nicht, wie gelegentlich fälschlicherweise behauptet, eine abstoßfreie Kaliproduktion praktiziert.

 

Auch K+S prüft regelmäßig im Rahmen von Genehmigungsverfahren, ob die festen Rückstände aus der Kaliproduktion zumindest teilweise zu Produkten verarbeitet werden können. Es ist aber festzustellen, dass sich keine Lösungen ergeben haben, die wirtschaftlich und ökologisch vertretbaren wären.

 

Zu dem gleichen Ergebnis kommt auch der Runde Tisch Gewässerschutz und Kaliproduktion in seinem Maßnahmenblatt „Steinsalzgewinnung aus festen Rückständen“: „Die Aufbereitung von Rückstands- bzw. Haldenmaterial durch ein Siedesalzverfahren ist prinzipiell denkbar, aber defizitär. Eine Reduzierung der Haldenwassermenge wäre zwar durch dieses Verfahren möglich, nicht aber der Gesamtabwassermenge, die ansteigen würde. Insofern trägt diese Maßnahme nicht kurz- oder mittelfristig zur Zielerreichung bei.“

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Wie nah kommt die Halde den Wohngebieten? Und welche Auswirkungen hat die Halde auf die Wohnqualität?

Der Abstand der Halde wird nach vollständiger Nutzung der Erweiterungsfläche etwa 550 m bis zur Ortslage Widdershausen betragen.

 

Beeinträchtigungen der Wohnqualität durch Schattenwurf wurden fachgutachterlich untersucht und eine Verschattungsprognose erstellt. Gemäß den Ergebnissen des Verschattungsgutachtens werden keine erheblichen Beeinträchtigungen durch Verschattung erwartet. An den nächstgelegenen Gebäuden werden auch mit der geplanten Haldenerweiterung im Endzustand die Besonnungskriterien der DIN 5034 „Tageslicht in Innenräumen“ eingehalten.

 

Die für den Kalibergbau typischen und nachgewiesenen Senkungen sind großräumig mit geringen Senkungsraten. Ein Einfluss durch die Halden konnte bisher nicht festgestellt werden.

 

Die zu erwartende Stabilität und Standsicherheit des Untergrunds wird ebenfalls in Fachgutachten vorab überprüft, um Erdverschiebungen ausschließen zu können. Weiterhin wird die Standsicherheit der Halde selbst geprüft und gewährleistet werden, so dass Häuser und umliegende Grundstücke nicht durch Rutschungen gefährdet werden.

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Mit welchen Auswirkungen des Vorhabens für Tier- und Pflanzenwelt ist zu rechnen?

Auswirkungen wird es vor allem auf das Schutzgut Tiere/Pflanzen geben, insbesondere werden nach jetzigem Kenntnisstand etwa 12 ha forstlich und 13 ha landwirtschaftlich genutzte Flächen verloren gehen. Hierbei handelt es sich naturschutzfachlich jedoch größtenteils  um ökologisch geringer wertige Biotoptypen. Besonders geschützte Biotope – mit Ausnahme geringflächiger Beanspruchungen von Streuobstbeständen – oder gar FFH-Lebensraumtypen werden bei der derzeit geplanten Vorzugsvariante der Haldenerweiterung nicht beansprucht.

 

Im Bereich, der für die Haldenerweiterung vorgesehen ist, gibt es keine Schutzgebiete. Die nächstgelegenen FFH-Gebiete „Werra zwischen Philippsthal und Herleshausen“ und „Rohrlache von Heringen“ liegen in einer Entfernung von ca. 500 m.

 

Aufgrund der Entfernung des FFH-Gebietes können Beeinträchtigungen ausgeschlossen werden. In der Erweiterungsfläche wurden im Rahmen aktueller faunistischer Kartierungen Vorkommen FFH-relevanter Arten wie Haselmaus und Zauneidechse untersucht. Im Rahmen einer speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung wird im Vorfeld der Haldenerweiterung nochmals eingehend geprüft, ob ggf. Verbotstatbestände nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz (u.a. Beeinträchtigung von Fortpflanzungs- und Ruhezonen für besonders geschützte Tierarten) zu erwarten sind. Insbesondere für die Fledermäuse und die nachgewiesene Haselmaus werden diese durch entsprechende (z.T. zeitlich vorgezogene) Maßnahmen abgewendet. Vorkommen der streng geschützten Zauneidechse wurden nicht festgestellt.

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Welche Auswirkungen auf das Grundwasser sind zu erwarten? Welche Maßnahmen werden ergriffen, um diese zu verhindern?

Es werden durch die Haldenerweiterung keine Beeinträchtigungen von Trinkwassergewinnungsanlagen bzw. -schutzgebieten erwartet.

 

Durch die kompakte Form der Halde werden die Mengen an anfallendem Sickerwasser minimiert. Ein gedichteter Haldenrandgrabens und eine Untergrundabdichtung finden aktuell bereits als Stand der Technik Anwendung, die für die geplante Haldenerweiterungsfläche zusätzlich verbessert wird. Der Einsatz eines optimierten Schüttverfahrens reduziert die Belastung der Basisdichtung. Ein geringfügiger Resteintrag in den Untergrund ist nach Stand der Technik dennoch nicht gänzlich zu vermeiden. Der Eintrag von Haldenwässern in den Untergrund ist jedoch auf das nähere Haldenumfeld beschränkt.

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Wird sich das Immissionsniveau durch die Haldenerweiterung erhöhen?

Die Immissionen werden sich durch die Haldenerweiterung nicht erhöhen und das Immissionsniveau wird weiter deutlich unter den Grenzwerten bleiben. Staubemissionen entstehen nur in Bereichen, in denen Umschlag oder Abwurf von Rückständen stattfindet. Von den einmal verfestigten Haldenflanken gehen keine Staubemissionen aus.

 

Das Werk Werra betreibt dauerhaft bereits über viele Jahre im gesamten Umfeld des Werkes ein internes Messnetz, anhand dessen die Salzstaubeinträge überwacht werden.

 

In 2011/12 wurde die Luftqualität unter Einbindung des TÜV Nord und in Abstimmung mit den Genehmigungsbehörden in Hessen und Thüringen umfassend überprüft. Trotz intensiver industrieller Tätigkeiten des Werkes sind im Messzeitraum 2011/12 alle Grenz- und Beurteilungswerte weit unterschritten und keine auffälligen Schadstoffeinträge registriert worden. An vielen Messpunkten wurde eine ländliche Hintergrundbelastung registriert.

 

Hier finden Sie mehr Informationen zur Luftqualität am Werk Werra

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Wie lange sind die Vorkommen am Standort wirtschaftlich gewinnbar?

Aus heutiger Sicht lässt sich in der Region noch bis in die 60er Jahre dieses Jahrhunderts zu wirtschaftlichen Bedingungen Kali fördern.

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Hat K+S zur Finanzierung der Nachsorge für die bestehende Halde Rückstellungen gebildet?

Ja, K+S bildet heute für die künftigen bergbaulichen Verpflichtungen bilanzielle Rückstellungen. Die Rückstellungen dienen der Stärkung und Erhaltung der Kapitalbasis unseres Unternehmens und sind ein Kernelement unserer finanziellen Vorsorge Im aktuellen Finanzbericht 2014 ist dafür ein Betrag von 925 Mio. EUR ausgewiesen. Die Bilanzierung der Rückstellungen, die verwendeten Parameter und die Kalkulationen folgen bei K+S anerkannten Methoden und werden regelmäßig aktualisiert und extern durch eine angesehene Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft.

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Wie wird die Bevölkerung über das Vorhaben informiert und wie profitiert die Region vom Werk Werra und damit auch von der Haldenerweiterung?

K+S gestaltet das Verfahren zur Haldenerweiterung so transparent wie möglich. Durch frühzeitige Kommunikationsmaßnahmen (Bürgerinformationsveranstaltungen, Haldenfeste) und Informationsmittel unterrichtet K+S die Öffentlichkeit über Umfang und Begründung der Maßnahme und ist offen für einen sachlichen Dialog. Bei Fragen rund um die Erweiterung steht jedem Anwohner das Nachbarschaftstelefon des Werkes Werra zur Verfügung. Eine formelle Beteiligung der Öffentlichkeit (Auslegung der Unterlagen, Anhörung) wird im Planfeststellungsverfahren erfolgen.

 

4.400 Mitarbeiter, darunter 300 Auszubildende, sind im Werk Werra beschäftigt. Sie leben mit ihren Familien in der Region, mieten oder kaufen Immobilien, kaufen in der Region ein und engagieren sich in Vereinen u.v.m. Das Werk Werra vergibt Aufträge an Firmen in der Region, was wiederum das Auskommen für die Mitarbeiter und deren Familien sichert. Im Rahmen einer sozio-ökonomischen Studie wurden umfangreiche Experten- und Unternehmergespräche durchgeführt. Diese haben eindeutig und einstimmig gezeigt, dass die ökonomischen Wirkungen des Verbundwerks, insbesondere die Beschäftigungs- und Umsatzeffekte in der Region, bei einer Schließung des Werkes nicht durch andere Aktivitäten kompensiert werden können.

 

Studie zu den sozio-ökonomischen Wirkungen des Werkes Werra

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Woraus setzt sich das Haldenmaterial und das Haldenwasser zusammen?

Die Halde besteht überwiegend aus wasserlöslichen Salzen, wobei Steinsalz (Halit, NaCl) mit rund 91% den Hauptbestandteil einnimmt. Etwa 5%  bestehen aus Kieserit, die übrigen Anteile sind in der Abbildung dargestellt. Demzufolge sind die Hauptbestandteile des Haldenwassers ebenfalls Natrium, Kalium, Magnesium, Chlorid und Sulfat.  Schwermetalle und Aufbereitungshilfsstoffe kommen nur in Spuren vor. Die Zusammensetzung des Haldenwassers wird monatlich im Rahmen der Salzwasser-Eigenkontrolle des Werkes Werra bestimmt.

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Wird es Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen geben?

Es werden für die Aufhaldungsfläche etwa 25 ha plus ca. drei ha für Infrastruktur und das Rückhaltebecken, beansprucht. Es handelt sich dabei um forstlich genutzte Waldflächen sowie intensiv genutzte Ackerflächen. Laut Hessischem Waldgesetz müssen für die erforderlichen Waldrodungen flächenidentische Ersatzaufforstungen durchgeführt werden, wenn möglich im regionalen Naturraum (Osthessisches Bergland, Vogelsberg, Rhön). Durch Aufforstungen mit standorttypischen Baumarten (i.W. Laubbaumarten) wird zudem meist eine ökologische Aufwertung der Aufforstungsflächen erfolgen.

 

Im Rahmen der Erstellung eines Landschaftspflegerischen Begleitplanes werden die entstehenden naturschutzrechtlichen Eingriffe entsprechend der Hessischen Kompensationsverordnung ermittelt und gemäß Bundesnaturschutzgesetz durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen landschaftsplanerisch kompensiert. So sind beispielsweise Maßnahmen zur Gewässerrenaturierung, Extensivierungen und Wiedervernässung von bisher intensiv genutzten Ackerflächen vorgesehen.

 

Eine Beeinträchtigung für besonders und streng geschützte Tierarten im Umfeld der Halde IV, wie Fledermäuse, Vögel sowie die Haselmaus, wird durch zeitlich vorgezogene artenschutzrechtliche Maßnahmen im Vorfeld der Haldenerweiterung abgewendet. Folgende Maßnahmen werden im angrenzenden Waldgebiet realisiert: das Ausbringen von Nistkästen für Fledermäuse und Vögel, die Verbringung von Kunsthorsten für Greifvögel und das Anbringen von Kobeln für die Haselmaus. Ferner werden 30 Habitatbäume dauerhaft aus der Nutzung genommen.

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Was passiert mit dem Oberboden?

Der 10 bis 30 cm mächtige Oberboden wird im Bereich der Haldenerweiterungsfläche abgeschoben und einer entsprechenden fachgerechten Verwertung, z.B. als Landschaftsbauwerk, zugeführt. Er ist aufgrund der hohen organischen Anteile nicht für die Herstellung einer Basisabdichtung geeignet. Die Beeinträchtigung wird durch schutzgutbezogene Ausgleichsmaßnahmen im Haldenumfeld (u. a. Entsiegelungen sowie strukturverbessernde Maßnahmen) sowie durch die multifunktionale Wirkung der standortnahen und standortfernen Maßnahmen kompensiert.

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Wie werden die Erweiterungsflächen derzeit genutzt und wer ist derzeitiger Eigentümer?

Die Erweiterungsfläche liegt zu etwas mehr als der Hälfte in landwirtschaftlich genutzten Flächen (Äcker und Wiesen) und zu einem weiteren Teil in einem forstlich genutzten Mischwald. Ein geringer Anteil sind Streuobstwiesen.

 

Die Flächen befinden sich in den Gemarkungen Heringen und Widdershausen. Eigentümer sind K+S (Teilflächen), sowie der Hessen-Forst (forstlich genutzte Flächen). Einige wenige Flächen müssen noch von Privateigentümern erworben werden.

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Was geschieht in der Nachbetriebsphase mit der Halde und welche Maßnahmen sind vorgesehen zur Wiedernutzbarmachung?

Ein Konzept zur Begrünung der Rückstandshalde wird erarbeitet. Aktuell finden am Standort Wintershall Versuche zur Realisierung einer Oberflächenabdeckung der Halde statt. 

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Plant das Unternehmen, anerkannte Umweltvereine und/oder Bürgerinitiativen in den Planungsprozess einzubeziehen?

K+S arbeitet sowohl mit Behörden, die den Naturschutz vertreten, wie Oberer und Unterer Naturschutzbehörde, aber auch mit lokalen Ortsgruppen anerkannter Naturschutzverbände (NABU Dreienberg, NABU Wildeck) und dem Naturschutzbeirat des Landkreises eng zusammen. Ziel ist hierbei, gemeinsam geeignete Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die die von der Haldenerweiterung ausgehenden naturschutzrechtlichen Eingriffe gleichwertig kompensieren sollen, zu finden und gegenseitig abzustimmen. Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung können sich die Umweltverbände ebenfalls einbringen.

 

Haldenerweiterung Wintershall – Zeitplan

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Was macht K+S, wenn die Erweiterung nicht genehmigt wird?

Es gibt keinen Kalibergbau ohne Rückstand. Ohne Entsorgungsmöglichkeit für den im Produktionsprozess entstehenden Rückstand muss die Produktion stillgelegt werden.

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