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Fragen & Antworten

 

Warum ist eine Haldenerweiterung notwendig?

Im Rahmen der Erarbeitung der Antragsunterlagen für das Genehmigungsverfahren wurden verschiedene Standortvarianten geprüft. Dabei ging die Westerweiterung als Vorzugsvariante hervor, da sie mit einer geringeren Beeinflussung der Schutzgüter einhergeht. Eine abschließende Beurteilung erfolgt im bergrechtlichen Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung und integriertem Zielabweichungsverfahren.

 

 

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Wie ist der Fahrplan zu Realisierung nach der Genehmigung?

Die Beschüttung der beantragten Haldenerweiterung erfolgt in zwei Phasen, die wiederum in jährliche Abschnitte aufgeteilt und nacheinander zur Beschüttung vorbereitet werden. Zunächst wird die für das jeweilige Jahr benötigte Fläche gerodet und zugleich nicht mehr benötigte oder zu ersetzende Infrastruktureinrichtungen entfernt. Der Oberboden wird abgetragen und der natürlich anstehende Untergrund als Auflager für das System Basisabdichtung genutzt. Das Haldenwasser fließt, der Geländemorphologie folgend, auf der Basisabdichtung dem Taltiefsten zu, wird gefasst, aus dem Haldenkörper geleitet und der Hauptentwässerung zugeführt.

 

Bei der Aufschüttung der Halde kommt ein gegenüber der bisherigen Vorgehensweise optimiertes Flankenschüttverfahren zum Einsatz, wobei die Halde in drei Beschüttungsebenen aufgebaut wird.

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Warum geht es nach mehr als 100 Jahren Kalibergbau immer noch nicht ohne Halden?

Es gibt weltweit keinen Kali-Bergbau ohne Rückstand. Etwa 70% des in Deutschland untertägig gewonnenen Rohsalzes sind von vornherein nicht nutzbar und fallen als Verarbeitungsrückstand in fester und flüssiger Form an, wobei die technischen Möglichkeiten der wirtschaftlichen Rohsalzgewinnung und Verarbeitung entsprechend dem Stand der Technik auszuschöpfen sind. Es werden vier Entsorgungswege für die festen bzw. flüssigen Rückstände der Kaliproduktion genutzt. Sie bilden, in unterschiedlichen Kombinationen, weltweit den Stand der Technik: Aufhaldung, (Spül)-Versatz, Einleitung und Versenkung.

 

Entsorgungsalternativen und Verminderungsmaßnahmen für den Rückstandsanfall wurden im Genehmigungsverfahren auf technische Umsetzbarkeit, Genehmigungsfähigkeit, ökologische Sinnhaftigkeit und wirtschaftliche Machbarkeit geprüft. Die im Rahmen der Umweltverträglichkeitsstudie dargelegte Alternativenprüfung zeigt, dass es keine Alternative hinsichtlich der Rohsalzaufbereitung und Entsorgung von Rückständen gibt. Maßnahmen zur Verminderung und Vermeidung von Auswirkungen auf die Umwelt werden nach heutigem Stand der Technik ausgeschöpft. Eine weitere Verwertung der Rückstände ist derzeit technisch nicht möglich, ökologisch nicht nachhaltig und wirtschaftlich nicht sinnvoll.

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Ist der Versatz der festen Produktionsrückstände in die Grube eine Alternative zur Haldenerweiterung?

K+S betreibt seit vielen Jahren Versatz und schneidet im Vergleich der weltweiten Kaliproduzenten beim untertägigen Sofortversatz, d.h. dem Einbringen von wertstoffarmen Salzmengen, die aus Auffahrungen in nicht verwertbarem Salzgestein stammen, sehr gut ab .

 

Die Möglichkeiten des Versatzes sind jedoch durch technische und bergbauliche Faktoren beschränkt (v.a. Bergbautechnik, Physik, Sicherheit, Transport und Bewetterung, Geologie). Außerdem sind wirtschaftliche Aspekte zu beachten.

Komplettversatz ist daher, bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Unterbreizbach), nicht möglich.

Teilversatz ist unter Berücksichtigung aller Aspekte nicht sinnvoll:

  • Aufhaldung mit den zugehörigen Umweltauswirkungen bleibt weiterhin erforderlich (Flächeninanspruchnahme, Entstehung von Haldenwasser)
  • hohe Kosten
  • potenzielle Risiken bzgl. Bergsicherheit

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Welche Maßnahmen zur Verminderung bzw. Vermeidung von Produktionsrückständen und Haldenwässern berücksichtigt K+S?

Im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung wurde geprüft, ob Rückstand vermieden werden kann oder ob mögliche Verwertungsalternativen in verschiedenen Bereichen des Produktionsprozesses existieren.

 

Mit der vollständigen Umsetzung bereits geplanter Maßnahmen hat K+S die Möglichkeiten zur Verminderung und Vermeidung von Auswirkungen der Produktion auf die Umwelt nach heutigem Stand der Technik ausgeschöpft. Was wir vermeiden können, wird vermieden.

 

Zudem wurden alternative Entsorgungswege umfassend geprüft, wobei neben der technischen Machbarkeit, der Wirtschaftlichkeit, dem Marktpotential und den Umweltauswirkungen auch Betrachtungen zur Ökobilanz berücksichtigt wurden. Daraus kann Folgendes geschlussfolgert werden: Die Qualitätsanforderungen an Auftausalz schließen eine umfangreichere Nutzung von Produktionsrückstand für den Winterdienst aus. Möglichkeiten zur Verringerung der flüssigen Rückstände wie Eindampfung oder Entsalzung liefern aus energetischer und ökologischer Sicht keinen sinnvollen Beitrag bzw. sind technisch nicht machbar. Eine Auflösung des Rückstands steht im Widerspruch zur bisherigen Entwicklung, den Salzwasseranfall bei der Kalirohsalzaufbereitung möglichst gering zu halten und somit auch im Widerspruch zum anerkannten Stand der Technik in der Kalirohsalzaufbereitung.

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Wie soll die Entsorgung der mit einer Erweiterung verbundenen wachsenden Menge salzhaltiger Haldenwässer organisiert werden? Welche Maßnahmen werden unternommen, um deren Aufkommen zu reduzieren?

Aktuell ist die Entsorgung der Haldenwässer über wasserrechtliche Erlaubnisse geregelt und langfristig über überregionale Entsorgungskonzepte abzusichern.
Für die Zukunft arbeitet K+S an der Umsetzung bzw. Prüfung langfristiger Lösungen im Rahmen des Bewirtschaftungsplans „Salz“ der Flussgebietsgemeinschaft Weser (FGG Weser, Statusbericht der „Arbeitsgruppe Salzreduzierung“ 2016). Die zukünftig anfallenden Haldenwässer werden dazu bis in die Nachbetriebsphase prognostiziert. Die Sicherstellung der langfristigen Entsorgung der Haldenwässer bis nach Einstellung des Betriebes wird in Band 3.24E der Antragsunterlage dargestellt. Im Ergebnis dessen ist die Entsorgung der anfallenden Haldenwässer für den gesamten Aufhaldungszeitraum der Erweiterung und bis in die Nachbetriebsphase hinein gewährleistet. Durch die Gestaltung einer kompakten Haldenform, d.h. eines günstigen Verhältnisses der Grundfläche der Halde zu deren Oberfläche, wird der Anfall von Haldenwasser möglichst gering gehalten. Es ist geplant, die Halden in Zukunft abzudecken und zu begrünen, um das Haldenwasser weiter zu reduzieren. Am Werk Werra wird ein halbtechnischer Versuch durchgeführt und ein Betriebsversuch vorbereitet, um die Dünnschichtabdeckung und Begrünung der Rückstandshalden zu testen.

 

Hier gibt es mehr Informationen zum Thema Kalibergbau und Gewässerschutz

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Angeblich plant ein Bergwerksbetreiber in Spanien, alte Rückstandshalden aus der Kaliproduktion für die Herstellung von Salzprodukten aufzuarbeiten. Entspricht dies den Tatsachen und wäre das auch eine Option für K+S?

Es ist richtig, dass Iberpotash (ICL) in Spanien derzeit eine Anlage zur Verwertung von festen Produktionsrückständen in Betrieb genommen hat. Dabei handelt es sich aber derzeit nicht um den Rückbau bestehender Halden, sondern um den Ansatz einer weiteren Verwertung von Teilen der festen Rückstände aus der laufenden Produktion. Dadurch reduziert sich die Aufhaldungsmenge. Der begonnene Rückbau einer Althalde durch die Firma Ercros wurde Ende 2017 eingestellt.

 

Iberpotash verfügt zurzeit über zwei aktive Produktionsstandorte in Spanien. Das Unternehmen befindet sich derzeit in einer Umstrukturierungsphase, die u.a. mit der Zusammenlegung dieser zwei Produktionsstandorte und Maßnahmen für eine Verwertung von Teilen der Produktionsrückstände verbunden ist. Der Produktionsstandort Sallent soll bis Ende 2019 geschlossen und die Produktion nach Suria verlagert werden. Inzwischen kam es im Zuge dessen zu verschiedenen Verzögerungen, die auch Auswirkungen auf das geplante Rückstandsmanagement haben. Der Betrieb der Halde Cogullo am Standort Sallent war ursprünglich per Gerichtsbeschluss befristet bis zum 30.06.2017. Um einen Weiterbetrieb des Werkes Sallent aber bis zur Produktionsverlagerung zu gewährleisten, hat das Gericht zugestimmt, dass die Halde bis zum 30.06.2018 mit der Option einer Verlängerung bis 2019 weiter betrieben werden darf. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen zudem eine Haldenerweiterung für die Halde Fusteret in Suria beantragt. Im Jahr 2016 hat ICL in der ersten von zwei geplanten Siedesalzanlagen mit einer Kapazität von jeweils 750.000 t/a den Probebetrieb aufgenommen und Anfang 2017 nach einer langen Anlaufphase das erste verkaufsfähige Produkt erzeugt. Eine zweite Siedesalzanlage sollte ursprünglich 2018/2019 in Betrieb gehen. Es wird derzeit davon ausgegangen, dass dies erst 2021 erfolgt. ICL hat für die Vermarktung des Siedesalzes ein Joint Venture mit Akzo Nobel unterzeichnet.

 

Anfang Juni 2018 wurde der Probebetrieb für die Produktion von Auftausalz aus Produktionsrückständen für den amerikanischen Markt aufgenommen. Weiterhin wird zurzeit die vorhandene Salzabwasserleitung zum Mittelmeer durch die Katalanische Wasserbehörde saniert und kapazitätsmäßig ausgebaut, in Teilabschnitten auch neu gebaut. Neben der Entsorgung der Salzabwässer über diese Leitung werden auch die Auflösung von Produktionsrückständen und die Einleitung dieser ins Mittelmeer diskutiert.

 

Der notwendige Aufwand zur Erlangung eines verkaufsfähigen Produktes wird maßgeblich durch die Zusammensetzung der Rückstände bestimmt, so dass dieser je nach Standort deutlich variieren kann. Auch K+S prüft regelmäßig im Rahmen von Genehmigungsverfahren und Forschungsarbeiten, ob die festen Rückstände aus der Kaliproduktion zumindest teilweise zu Produkten verarbeitet werden können. Es ist aber festzustellen, dass sich bislang keine Ansätze ergeben haben, die wirtschaftlich und ökologisch vertretbar wären und zudem zu einer deutlichen Reduzierung der Rückstandsmengen führen.

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Wie nah kommt die Halde den Wohngebieten? Und welche Auswirkungen hat die Halde auf die Wohnqualität?

Die Halde wird auch nach vollständiger Nutzung der Erweiterungsfläche mindestens 700 m Abstand bis zur nächsten Wohnbebauung einhalten. Die Ergebnisse eines Fachgutachtens aus 2014 belegen, dass Beeinträchtigungen der Wohnqualität durch Schattenwurf nicht eintreten werden. Die Schallimmissionsrichtwerte werden sicher eingehalten.

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Mit welchen Auswirkungen des Vorhabens für Tier- und Pflanzenwelt ist zu rechnen?

Es werden nach jetzigem Kenntnisstand für die Haldenerweiterung etwa 62 ha zzgl. ca. 16 ha für einen Haldenrandstreifen und ca. 1,1 ha für ein Haldenwasserbecken beansprucht. Es handelt sich dabei um forstlich genutzte Waldflächen, im Wesentlichen Nadelholzbestände. Für die beanspruchten Waldbestände werden flächenidentische Ersatzaufforstungen durchgeführt. Besonders geschützte Biotop- und Lebensraumtypen werden bei der derzeit geplanten Vorzugsvariante der Haldenerweiterung nach jetzigem Kenntnisstand nicht beansprucht.

 

Im Bereich, der für die Haldenerweiterung vorgesehen ist, gibt es keine Schutzgebiete. Eine nachhaltige Beeinträchtigung besonders und streng geschützter Tierarten im Umfeld der Halde Hattorf wie Fledermäuse, Vögel, Haselmaus und Wildkatze wird durch artenschutzrechtliche Maßnahmen bereits parallel zum Genehmigungsverfahren bzw. zeitlich vor dem Eingriff abgewendet.

 

In der Erweiterungsfläche konnten in aktuellen Untersuchungen aus den Jahren 2010 bis 2017 abgesehen von Fledermäusen keine streng geschützten Arten direkt nachgewiesen werden. Dazu zählen beispielsweise Wildkatze und Haselmaus als Vertreter der Säugetiere und Gelbbauchunke und Nördlicher Kammmolch als Vertreter der Amphibien. Ein Vorkommen der schwer nachweisbaren Haselmaus im Planungsraum ist jedoch nicht völlig auszuschließen. Um die streng geschützte Art nicht zu töten, zu verletzen oder zu stören, wird die Entfernung der Wurzelstubben im Anschluss an die Gehölzfällung nach Eintreten frostfreier Bedingungen stattfinden. Da nicht auszuschließen ist, dass die Wildkatze das Gebiet gelegentlich durchstreift, werden zur Quartierverbesserung an je zwei grundwasserfernen, wärmebegünstigten Standorten Holzstapel im Haldenumfeld angelegt. Hierzu werden die aus den Rodungsflächen entnommenen Wurzelstubben verwendet. Diese dienen zeitgleich dem Schutz von Bodeninsekten und bieten zahlreichen holzbewohnenden Käferarten einen Fortpflanzungs- und Lebensraum. Die in der Erweiterungsfläche zahlreich vorkommende, nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützte Rote Waldameise wird jeweils vor der Vorbereitung der Fläche fachgerecht umgesiedelt. Ergänzend werden in den haldennahen Waldbereichen zur Lebensraumoptimierung für Vögel und Fledermäuse, Wildkatze und Haselmaus sowie holzbewohnender Käfer eine Vielzahl an standortnahen Maßnahmen durchgeführt, wie z.B. Flächenstilllegungen, Altbaumschutz bzw. Ausweisung von Habitatbäumen und ökologischer Waldumbau.

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Welche Auswirkungen auf das Grundwasser sind zu erwarten? Welche Maßnahmen werden ergriffen, um diese zu verhindern?

Eine Beeinträchtigung von Trinkwassergewinnungsanlagen bzw. -schutzgebieten durch die Haldenerweiterung ist nicht zu erwarten. Das bestehende Messnetz zum Grundwassermonitoring im Umfeld der Halde und ihrer geplanten Erweiterung wird sukzessive mit zusätzlichen Messstellen erweitert.

Durch die Anschüttung an die bestehende Halde wird die Aufstandsfläche und der Haldenwasseranfall für die Haldenerweiterung minimiert. Um die vorhabenbedingte Restinfiltration und deren Auswirkungen auf Grund- und Oberflächengewässer weitestgehend zu vermeiden, wird für die Haldenerweiterung Hattorf eine 75 cm dicke zweilagige mineralische Dichtung sowie eine flächige Entwässerungsschicht inkl. linienhafter Entwässerungselemente vorgesehen. Durch den Einsatz eines optimierten Schüttverfahrens wird die Belastung auf das System Basisabdichtung reduziert. Zusätzlich werden im Rahmen des Vorhabens Sickerwasserminimierungsmaßnahmen umgesetzt: Um vorhabensbedingte Sickerwassereinträge im Anschüttungsbereich der Erweiterung an die Bestandshalde zu vermeiden, ist in der Phase 1 der Haldenerweiterung diese hydraulisch von der Bestandshalde zu trennen. Als weitere Sickerwasserminimierungsmaßnahme sowie zur Reduzierung des niederschlagsbedingten Haldenwasseranfalls werden Bereiche der Plateaufläche auf der Bestandshalde Hattorf bis zur Errichtung der endgültigen Abdeckung mit einer temporären Abdichtung versehen. Diese besteht aus kunststoffgedichteten Becken (Poldern) und einer Entwässerungsanlage. Im Rahmen der Haldenerweiterung sind am Standort Hattorf auf genehmigten Haldenaufstandsflächen Kompensationsmaßnahmen durch Abdeckung des westlichen Teils der Anhydrithalde Nord unter Verwendung des anfallenden Bodenmaterials aus der Haldenerweiterung vorgesehen, in deren Folge es zu einem Rückgang von Salzeinträgen in den Untergrund aus diesem Bereich kommt.

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Wird sich die Luftqualität durch die Haldenerweiterung verändern?

Die Luftqualität im Umfeld des Werkes Werra wurde 2011-2012 unter Beteiligung des TÜV Nord und in Abstimmung mit den Genehmigungsbehörden in Hessen und Thüringen überprüft. Trotz intensiver industrieller Tätigkeiten des Werkes sind im Messzeitraum alle Grenz- und Beurteilungswerte sicher eingehalten und keine auffälligen Schadstoffeinträge registriert worden. An vielen Messpunkten wurde eine ländliche Hintergrundbelastung registriert. Es erfolgt eine dauerhafte Überwachung der Niederschläge an Salzstaub, künftig zusätzlich an Gesamtstaub.

 

Hier finden Sie weitere Informationen zur Luftqualität am Werk Werra.

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Wie lange sind die Vorkommen am Standort wirtschaftlich gewinnbar?

Aus heutiger Sicht lässt sich in der Region noch bis in die 60er Jahre dieses Jahrhunderts zu wirtschaftlichen Bedingungen Kali fördern.

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Hat K+S zur Finanzierung der Nachsorge für die bestehende Halde Rückstellungen gebildet?

K+S bildet heute für die künftigen bergbaulichen Verpflichtungen bilanzielle Rückstellungen. Die Rückstellungen dienen der Stärkung und Erhaltung der Kapitalbasis unseres Unternehmens und sind ein Kernelement unserer finanziellen Vorsorge. Im aktuellen Geschäftsbericht 2017 ist für Rückstellungen für bergbauliche Verpflichtungen ein Betrag von 1.000 Mio. EUR ausgewiesen. Die Bilanzierung der Rückstellungen, die verwendeten Parameter und die Kalkulationen folgen bei K+S anerkannten Methoden und werden regelmäßig aktualisiert und extern durch eine angesehene Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft.

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Wie wird die Bevölkerung über das Vorhaben informiert und wie profitiert die Region vom Werk Werra und damit auch von der Haldenerweiterung?

K+S gestaltet das Verfahren zur Haldenerweiterung transparent. Durch frühzeitige Kommunikationsmaßnahmen (Bürgerinformationsmaßnahmen, Haldenfeste) und Informationsmittel unterrichtet K+S die Öffentlichkeit über Umfang und Begründung der Maßnahme und ist offen für einen sachlichen Dialog. Bei Fragen rund um die Erweiterung steht jedem Anwohner das Nachbarschaftstelefon des Werkes Werra zur Verfügung. Eine formelle Beteiligung der Öffentlichkeit (Auslegung der Unterlagen, Anhörung) wird im Planfeststellungsverfahren erfolgen.

 

4.400 Mitarbeiter, darunter 300 Auszubildende, sind im Werk Werra beschäftigt. Sie leben mit ihren Familien in der Region, mieten oder kaufen Immobilien, kaufen in der Region ein und engagieren sich in Vereinen u.v.m. Das Werk Werra vergibt viele Aufträge an Firmen in der Region, was wiederum das Auskommen für die die Mitarbeiter und deren Familien sichert. Im Rahmen einer sozio-ökonomischen Studie wurden umfangreiche Experten- und Unternehmergespräche durchgeführt. Diese haben eindeutig und einstimmig gezeigt, dass die ökonomischen Wirkungen des Verbundwerks, insbesondere die Beschäftigungs- und Umsatzeffekte in der Region, bei einer Schließung des Werkes nicht durch andere Aktivitäten kompensiert werden können.

 

Studie zu den sozio-ökonomischen Wirkungen des Werkes Werra

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Woraus setzt sich das Haldenmaterial und das Haldenwasser zusammen?

Die Halde besteht überwiegend aus wasserlöslichen Salzen, wobei Steinsalz (Halit, NaCl) mit rund 91% den Hauptbestandteil einnimmt. Etwa 5 % bestehen aus Kieserit (MgSO4 ∙ H2O), die übrigen Bestandteile setzen sich aus ca. 1 % Sylvin (KCl), ca. 1 % Carnallit (KCl ∙ MgCl2 ∙ 6 H2O) und ca. 2 % Anhydrit (CaSO4), u. a. zusammen. Demzufolge sind die Hauptbestandteile des Haldenwassers ebenfalls Natrium, Kalium, Magnesium, Chlorid und Sulfat. Schwermetalle und Aufbereitungshilfsstoffe kommen nur in Spuren vor. Die Zusammensetzung des Haldenwassers wird monatlich im Rahmen der Salzwasser-Eigenkontrolle des Werkes Werra bestimmt.

 

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Wird es Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen geben?

Es werden nach jetzigem Kenntnisstand für die Haldenerweiterung etwa 62 ha zzgl. ca. 16 ha für einen Haldenrandstreifen und ca. 1,1 ha für ein Haldenwasserbecken beansprucht. Es handelt sich dabei vorwiegend um forstlich genutzte Waldflächen, im Wesentlichen Nadelholzbestände. Laut Hessischem Waldgesetz müssen dafür flächenidentische Ersatzaufforstungen durchgeführt werden, wenn möglich im regionalen Naturraum (osthessisches Bergland, Vogelsberg, Rhön). Durch Aufforstungen mit standorttypischen Baumarten (i.W. Laubbaumarten) wird zudem meist eine ökologische Aufwertung der Aufforstungsflächen erfolgen.

 

Im Rahmen der Erstellung eines Landschaftspflegerischen Begleitplanes werden die entstehenden naturschutzrechtlichen Eingriffe entsprechend der Hessischen Kompensationsverordnung ermittelt und gemäß Bundesnaturschutzgesetz durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen landschaftsplanerisch kompensiert. So sind beispielsweise Maßnahmen des Biotopverbunds, Extensivierungen und Wiedervernässung von bisher intensiv genutzten Ackerflächen und die Entwicklung von Parkwaldstrukturen in der Umgebung des Schlosses Ludwigseck geplant und zum Teil bereits umgesetzt.

 

Eine Beeinträchtigung für die besonders und streng geschützten Tierarten im Umfeld der Halde Hattorf wie Fledermäuse und Vögel, Haselmaus, Wildkatze sowie die Rote Waldameise wird durch artenschutzrechtliche Maßnahmen, bereits vor bzw. parallel zum Genehmigungsverfahren der Haldenerweiterung abgewendet. Folgende Maßnahmen werden bzw. wurden bereits im Waldgebiet Stöckig realisiert: Das Ausbringen von Nistkästen für Fledermäuse und Vögel, Kunsthorste für Greifvögel, Waldumbau im FFH-Gebiet, Lebensraum verbessernde Maßnahmen an Laichgewässern im FFH-Gebiet „Stöckig – Ruppertshöhe“ für Amphibien, Anbringung von Haselmauskobeln und das Errichten von Holzstapeln für die Wildkatze. Zudem erfolgt jeweils vor der Inanspruchnahme eines Rodungsabschnittes die fachgerechte Umsiedelung der Nester der Roten Waldameise an geeignete Standorte.

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Was passiert mit dem Oberboden?

Der 10 bis 30 cm mächtige Oberboden wird im Bereich der Haldenerweiterungsfläche abgeschoben und — gemäß geltender Standards sowie in Absprache mit der bodenkundlichen Baubegleitung — einer entsprechenden fachgerechten Verwertung, z.B. als Landschaftsbauwerk, zugeführt. Er ist aufgrund der hohen organischen Anteile nicht für die Herstellung einer Basisabdichtung geeignet. Die Beeinträchtigung wird durch schutzgutbezogene Ausgleichsmaßnahmen im Haldenumfeld (u. a. Entsiegelungen sowie strukturverbessernde Maßnahmen) sowie durch die multifunktionale Wirkung der standortnahen und standortfernen Maßnahmen kompensiert.

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Wie werden die Erweiterungsflächen derzeit genutzt und wer ist derzeitiger Eigentümer?

Die Erweiterungsfläche liegt in einer forstlich genutzten Waldfläche. Eigentümer sind der Hessen-Forst (forstlich genutzte Flächen), K+S (Teilflächen) sowie die Gemeinde Hohenroda (Ortsverbindungsstraße Röhrigshof – Hohenroda).

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Was geschieht in der Nachbetriebsphase mit der Halde und welche Maßnahmen sind vorgesehen zur Wiedernutzbarmachung?

Ein Konzept zur Begrünung der Rückstandshalde wird erarbeitet. Aktuell wird am Werk Werra ein halbtechnischer Versuch durchgeführt und ein Betriebsversuch vorbereitet, um die Dünnschichtabdeckung und Begrünung der Rückstandshalden zu testen.

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Plant das Unternehmen, anerkannte Umweltvereine und/oder Bürgerinitiativen in den Planungsprozess einzubeziehen?

K+S arbeitet sowohl mit Behörden, die den Naturschutz vertreten, wie Oberer und Unterer Naturschutzbehörde, aber auch mit lokalen Ortsgruppen anerkannter Naturschutzverbände (NABU Dreienberg, NABU Obersuhl) und dem Naturschutzbeirat des Landkreises eng zusammen. Ziel ist hierbei, gemeinsam geeignete Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die die von der Haldenerweiterung ausgehenden naturschutzrechtlichen Eingriffe gleichwertig kompensieren sollen, zu finden und gegenseitig abzustimmen. Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung können sich die Umweltverbände ebenfalls einbringen.

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Was macht K+S, wenn die Erweiterung nicht genehmigt wird?

Ohne Entsorgungsmöglichkeit für den im Produktionsprozess entstehenden Rückstand muss die Produktion stillgelegt werden.

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