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Werksgeschichte – Eine bewegte Geschichte

Sigmundshall ist mit seiner 120jährigen Geschichte nicht nur ein Spiegel des Zeitgeschehens, sondern führt auch die turbulente Entwicklung des deutschen Kalibergbaus anschaulich vor Augen.

 

Industriegeschichte im Zeitraffer:

Schachtbau 1898

1898

Mitten im „Kaliboom“ des ausgehenden 19. Jahrhunderts wird der Schacht Sigmundshall geteuft. Er ist einer von mehr als 200 Kalischächten im Deutschen Reich.

 

1906

Bau der Kalifabrik und Beginn der Düngemittelherstellung

 

1913

Schacht Weser in Altenhagen wird geteuft und 1914 mit dem Bergwerk Sigmundshall verbunden

 

Kaliabbau auf „Gebrück“ (ca. 1920er Jahre)

1933

Stilllegung des Werkes im Rahmen der staatlichen Produktionslenkung

 

1949

Wiederaufnahme der Produktion als Ersatz für verlorene Kaliwerke in Mitteldeutschland

 

1960

Beginn der Schmelzsalzherstellung für metallurgische Anwendungen

 

1965-1969

Teufen Schacht Kolenfeld und Ausbau zum einziehenden Wetter- und Materialschacht

 

Ende der 1960er Jahre

Einführung der gleislosen Fördermaschinen und zügige Mechanisierung der Gewinnungsarbeit

 

Ende der 1970er Jahre

Leistungssteigerung der Streckenförderung durch Großraumwaggons. Die jährliche Förderung überschreitet 2 Mio. Tonnen (1979)

 

Seit 1995 leistet die REKAL-Anlage einen wichtigen Beitrag zur Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe aus Aluminium-Salz-Schlacken.

1992

Bau einer Anlage zum Recycling von Aluminium-Salz-Schlacken (REKAL)

 

Aufgabe des Schachtprojektes Husum nordwestlich des Steinhuder Meeres, weil sich durch die Wiedervereinigung die Struktur der deutschen Kali-Industrie grundlegend geändert hatte

 

1995

Beginn der Haldenabdeckung mit REKAL-Rückstand und Begrünung

1997

Erreichen der 1.400-Meter-Sohle

 

1999

Aufbau einer neuen Produktionslinie zur Herstellung von Düngemittelspezialitäten auf Hartsalz-/Kieserit-Basis

 

2001

Beginn der Kieseritproduktion und Nutzung des Staßfurtflözes (Hartsalz) als zusätzliche Rohsalzbasis, damit Verlängerung der Betriebsdauer

 

2003

Die Jahresförderung überschreitet erstmals 3 Mio. Tonnen

 

21-Tonnen-Lader (Fördermaschine der neuesten Generation, 2017)

2007

Einführung von Serien-Baumaschinen für die Streckenförderung im Grubenbetrieb

 

2014

Die Rohsalzgewinnung wird fast ausschließlich in den Bereich zwischen 1.150- und 1.400-Meter-Sohle verlagert. Dort herrschen Temperaturen bis zu 50 °C

 

November 2017

Der K+S-Vorstand beschließt, die Salzförderung und Kaliproduktion zum Ende des Jahres 2018 einzustellen, da ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr möglich ist. Den von der Schließung betroffenen Mitarbeitern werden neue Arbeitsplätze an anderen Standorten des Unternehmens angeboten.

 

21.12.2018

Mit der Förderung der „letzten Tonne“ endet die Kaliproduktion im Werk Sigmundshall. Insgesamt wurden zwischen 1904 und 2018 rund 130 Millionen Tonnen Rohsalz aus dem Salzstock von Bokeloh gefördert und zu Düngemitteln und Industrieprodukten verarbeitet.

 

ab 2019

Der Standort wird zum Innovationszentrum für die Erprobung und Ansiedlung neuer Geschäftsaktivitäten entwickelt.

Die REKAL-Anlage produziert im bisherigen Umfang weiter; mit dem dort anfallenden Recyclingrückstand wir die Abdeckung der Halde fortgesetzt. Die Haldenbegrünung soll bis ca. 2037 abgeschlossen werden.

Das Bergwerk wird gesichert und auf die anschließende Flutung, die für stillgelegte Salzbergwerke in Niedersachsen vorgeschrieben ist, vorbereitet.

K+S setzt die laufende Ausbildung von Industriemechanikern, Elektronikern und Chemikanten fort und stellt zur Deckung des Eigenbedarfs an qualifizierten Fachkräften auch 2019 neun neue Auszubildende ein.

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