„Growth for Uganda“ – K+S KALI GmbH engagiert sich für Kleinbauern in Afrika

„Perle Afrikas“ – so wird Uganda aufgrund seiner Schönheit und üppigen Natur genannt. Das ostafrikanische Land am Äquator steht wirtschaftlich vor großen Herausforderungen: Von den rund 37 Millionen Ugandern lebt rund ein Drittel in Armut; rund acht Millionen Einwohner sind unzureichend mit Nahrungsmitteln versorgt und die Bevölkerung wächst schnell. Vor diesem Hintergrund haben die K+S KALI GmbH und die Nichtregierungsorganisation Sasakawa Africa Association (SAA) im April 2013 das Projekt „Growth for Uganda“ ins Leben gerufen, um die Situation der Kleinbauern zu verbessern. Allein in den ersten drei Projektjahren wurden über 90.000 Bauern und ihre Familien unterstützt.

Prof. Dr. Andreas Gransee, Projektleiter „Growth for Uganda“ und Leiter der Abteilung Research & Advisory der K+S KALI GmbH

Kleine Anbauflächen, geringe Erträge

Mehr als 80 Prozent der arbeitenden Bevölkerung Ugandas sind in der Landwirtschaft beschäftigt. Die Bauern betreiben überwiegend Ackerbau für den Eigenbedarf; ihre Farmen sind durchschnittlich 0,4 bis 1,2 Hektar groß. Die Ernteprodukte von dieser Fläche müssen ausreichen, um durchschnittlich sieben Familienmitglieder zu ernähren. Angebaut werden unter anderem Mais, Bohnen, Sojabohnen, Reis, Sesam, Hirse, Süßkartoffeln und Erbsen, Sonnenblumen, Maniok, Kaffee, Tee, Baumwolle und Bananen, zudem im Hochland Weizen und Gerste. Die Böden im Land sind von Natur aus fruchtbar. Seit vielen Jahren werden dem Boden jedoch von den angebauten Feldfrüchten Nährstoffe entzogen, ohne dass diese durch Düngung ersetzt worden sind. Weniger als 1 kg Düngemittel pro Hektar werden in Uganda durchschnittlich verwendet. (Auf dem gesamten afrikanischen Kontinent sind es ca. 8 kg/ha.) Dadurch litt die Bodenfruchtbarkeit und die Kleinbauern können nur vergleichsweise geringe Erträge erzielen. Hinzu kommt, dass die Farmer ihr Land als Erbe unter ihren Kindern aufteilen und nachfolgende Generationen von immer kleineren Flächen leben müssen.

Die Sasakawa Africa Association (SAA)

Die Sasakawa Africa Association (SAA) ist eine Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Genf/Schweiz, die sich schwerpunktmäßig mit internationaler Entwicklung in der Landwirtschaft beschäftigt. Mitbegründet wurde die SAA im Jahre 1986 von dem japanischen Philanthropen Ryoichi Sasakawa, dem Nobelpreisträger Dr. Norman Borlaug und dem früheren US-Präsidenten Jimmy Carter. SAA kooperiert mit dem Carter Center’s Global 2000 Program zum Aufbau von landwirtschaftlichen Projekten in 14 Ländern der Sub-Sahara-Region. Derzeit fokussiert SAA seine Ressourcen auf die Länder Äthiopien, Nigeria, Mali und Uganda. Gemeinsam mit nationalen Partnern unterstützt die Sasakawa Africa Association Kleinbauern beim Einsatz ertragreicher Kulturen und effizienter Produktionsmethoden zur Erhöhung der Produktivität und Wirtschaftlichkeit der Anbausysteme. Mehr Information über SAA unter www.saa-safe.org.  

 

Aufbau einer landwirtschaftlichen Beratung

Mit dem Projekt „Growth for Uganda“ haben die K+S KALI GmbH und die SAA gemeinsam eine landwirtschaftliche Beratung für Kleinbauern in Uganda aufgebaut. So wird die Produktivität der Farmer erhöht und ihre Eigenversorgung mit Lebensmitteln sowie ihre Einkommenssituation verbessert. Einer der Schwerpunkte ist es, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zu steigern. Die K+S KALI GmbH bringt über 100 Jahre Forschungserfahrung und weltweite Beratungskompetenz in das Projekt ein. Zudem ermöglicht die K+S KALI GmbH über das Institute of Applied Plant Nutrition – IAPN, das sie in Kooperation mit der Georg-August-Universität Göttingen in Deutschland betreibt, den Dialog und die Zusammenarbeit mit führenden Wissenschaftlern.

Für mehr Wissen beim Anbau von Feldfrüchten

Schulung der Kleinbauern zur Ertragssteigerung

Die SAA berät bereits seit 1997 Kleinbauern in Uganda. Das Team besteht aus einer Gruppe von Fachleuten zu der auch Daniel Olol, Program Officer für „Enhanced Crop Productivity“ gehört. Der junge Agrarwissenschaftler aus Uganda war im September 2013 zum Informationsaustausch und zur Schulung bei der K+S KALI GmbH sowie am IAPN in Deutschland. Daniel Olols Aufgabe ist es, sein Wissen an Multiplikatoren und an Kleinbauern weiterzugeben und mit ihnen Lösungen für eine bedarfsgerechte Ernährung der Kulturpflanzen zu entwickeln. „Die Erträge unserer Landwirte liegen weit unter dem Optimum. Es fehlt ihnen an Fachwissen“, sagt Daniel Olol und beschreibt weiter, wie die SAA den Kleinbauern hilft. „Wir schulen Gruppen von Kleinbauern, indem wir sie in unsere so genannten Ausbildungsplattformen (Farmer Learning Platforms) miteinbeziehen. Dabei setzen wir auf Demonstrationsversuche, Schulungseinheiten, eine gute Betreuung und die fachliche Unterstützung durch die SAA.“


Bodenanalysen im LKW – ein Schulungs-Truck für Uganda

Nach dem Modell der SAA arbeitet auch „Growth for Uganda“. Mit großem Erfolg: In der ersten Projektphase von April 2013 bis März 2014 sollten 50.000 Kleinbauern in den Distrikten Dokolo und Apac geschult werden. Tatsächlich wurden in dieser Zeit bereits über 92.000 Bauern erreicht und konnten durch die Anwendung der pflanzenbaulichen Empfehlungen ihre Erträge im Durchschnitt um 30 Prozent steigern. Davon profitiert jeweils die ganze Familie.

 

Dass „Growth for Uganda“ allein in den ersten drei Jahren die Lebenssituation von so vielen Kleinbauern verbessern konnte, hat unter anderem ein mobiles Schulungs- und Laborfahrzeug ermöglicht, das die K+S KALI GmbH der SAA für das Projekt zur Verfügung gestellt hat. So können auch abgelegene Dörfer gut erreicht werden. Zusätzlich hat das so genannte „Mobile Training Center“ ein Bodenprobenlabor an Bord, mit dem auf Basis des Nährstoffgehalts eine bedarfsgerechte Düngeempfehlung berechnet werden kann. Für das mobile Labor an Bord des LKWs wurde spezielle, transportgeeignete Bodenanalysetechnik entwickelt, die sowohl den wissenschaftlichen Anforderungen als auch der Infrastruktur in Uganda Rechnung tragen.


Entwicklung der Wertschöpfungskette

Damit die Kleinbauern in Uganda ihre Ernährungs- und Einkommenssituation verbessern können, benötigen sie auch Zugang zum Markt. Deshalb wird im Projekt „Growth for Uganda“ auch die Infrastruktur für die Vermarktung von Ernteprodukten und den Einkauf wichtiger Betriebsmittel wie Düngemittel oder Saatgut gefördert. Der Projektpartner Savannah Commodities packt Dünger in kleinen Portionspackungen ab, deren Nährstoffzusammensetzung auf den Bedarf von jeweils einer Kultur zugeschnitten ist. Bei der Entwicklung dieser Mischungen ist das Know-how der K+S KALI GmbH eingeflossen. So ist ein Teil der Beratung gleich im Produkt inbegriffen.

Mehr zum Projekt „Growth for Uganda“ erfahren

IAPN im Dialog: „Farmer Learning Platforms“ in Uganda (26.09.2014)

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Die „Farmer Learning Platforms“ im Projekt „Growth for Uganda“ (Dezember 2013)

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